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Die Entzündung im Bereich des Endokards bzw. der Herzklappen, insbesondere auch nach Klappenersatz, ist eine Herausforderung in der mikrobiologischen Diagnostik. Die meist bakteriell verursachten Vegetationen stellen einen infektiösen Streuherd mit konsekutiver septischer Erkrankung bei heterogenem Erscheinungsbild dar. Die häufigsten bakteriellen Erreger sind vergrünende Streptokokken (ca. 60%), Staphylokokken (ca. 20%) und Enterokokken (ca.10%). Seltener finden sich gram-negative Keime, schwer anzüchtbare Erreger der HACEK-Gruppe (Hämophilus, Acinetobacillus, Cardiobacterium, Eikenella, Kingella) sowie Pilze (Candida sp., Aspergillus sp.). Der Nachweis eines typischen Erregers aus zwei voneinander unabhängigen Blutkulturen ist ein Hauptkriterium bei der Diagnosestellung nach Duke-Kriterien. Bei klinischem Verdacht sollte die Abnahme unbedingt vor Beginn einer antibiotischen Therapie erfolgen. Wegen kontinuierlicher Bakteriämie ist die Abnahme zu jedem Zeitpunkt unabhängig von der Körpertemperatur möglich. Empfohlen wird die Abnahme von mindestens drei Blutkultur-Flaschenpaaren (aerob/anaerob), zwei Abnahmen im Abstand einer Stunde, eine weitere nach 12 bis 24 Stunden. So werden ca. 90% der Erreger erfasst. Wenn in akuten Fällen klinisch erforderlich, kann der zeitliche Abstand der Abnahmen auf mindestens 15 Minuten reduziert werden. Zu beachten ist die Abnahme nach sorgfältiger Hautdesinfektion, da auch Keime, die als Hautkommensalen oder Kontaminanten gelten (z.B. koagulase-negative Staphylokokken), zum Erregerspektrum zählen. Mikrobielle Kontaminationen erschweren die Beurteilung der Befunde. Die peripher-venöse Punktionsstelle sollte auf ausreichender Fläche mit 70 %igem Äthanol oder Propanol für mindestens eine Minute desinfiziert werden, die Punktion erfolgt ohne nochmalige Palpation. Jede Blutkultur-Flasche wird mit einer Blutmenge von 8-10 ml nach Wischdesinfektion des Gummistopfens beimpft (s. auch Laborinfo Nr. 3). Bei Verdacht auf seltene Erreger ist die vorherige Rücksprache mit den Mikrobiologen wegen ggf. längerer Bebrütungsdauer der Kulturen ratsam. Ebenso ist bei negativen Blutkulturen an den serologischen Nachweis folgender Erreger zu denken: Coxiella burnetii (Q-Fieber), Chlamydia psittaci (Psittakose), Mycoplasma pneumoniae, Legionella spp., Brucella spp. und Bartonella spp. u. a. Molekularbiologische Methoden für derzeit noch schwer nachweisbare Erreger z.B. im Bereich der Anaerobier befinden sich für die Routinediagnostik in der Entwicklung. Weitere labordiagnostische Befunde bei infektiöser Endokarditis sind in der Regel erhöhte CRP-Werte und beschleunigte Blutsenkung, normochrome/normozytäre Anämie, evtl. Leukozytose und Linksverschiebung. Auch immunologische Veränderungen mit Nachweis von Rheumafaktoren, zirkulierenden Immunkomplexen und Komplementverbrauch sowie eine Mikrohämaturie, Proteinurie und ggf. Kreatininerhöhung bei Nierenbeteiligung lassen sich nachweisen. [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |