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Lab28 - Ausgabe Juli 2002


 

Steckbrief Campylobacter

 

Steckbrief Campylobacter
Erreger-Erkrankungen-Diagnostik-Bekämpfung

Campylobacter sind leicht gebogene, bewegliche gramnegative Stäbchen. Der Gattung werden 18 Spezies zugeordnet, von denen zur Zeit im wesentlichen C.jejuni, C.coli und C.fetus als humanpathogene Erreger eine Rolle spielen.

Lab28 - Ausgabe Juli 2002

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Die kulturelle Anzucht der Keime erfolgt auf Sepzialnährböden in 44 bis 48 Stunden im microaerophilen Millieu.

Camphylobacter sind die häufigsten Verursacher von bakteriellen Durchfallerkrankungen. Nicht alle Infektionen verlaufen symptomatisch. Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 7 Tage, als Infektionsdosis nimmt man 1033 bis 1066 Erreger an.

Bei der intestinalen Infektion heften sich die Bakterien an die Schleimhaut und verursachen unter Bildung von Enterotoxinen eine eitrig ulzerierende Entzündung der Lamina propria des Darmes. Eine spezifische Bildung von sekretonischem IgA in das Darmlumen hat protektive Wirkung und begrenzt die Entzündung.

Das Spektrum der Erkrankungen durch diese Bakterien reicht von der akuten Gastroenteritis und Colitis über die systemische Erkrankung mit Bakteriaemie und Vaskulitiden bis hin zur immunpathologischen Erkrankung wie Guillain-Barre-Syndrom und reaktive Arthritis. 10 bis 40 % dieses Syndroms treten nach Infektionen mit Camphylobacter jejuni auf. Man nimmt an, dass Kreuzreaktionen von Antikörpern gegen das LPS von C.jejuni mit Myelingangliosid diese Folgekrankheit bewirken.

Insgesamt treten systemische Infektionen mit C.jejuni und C.coli in weniger als 1 % der Fälle auf, dann vorwiegend bei Kindern, immunsupprimierten und alten Patienten. Infektionen mit C.fetus subspez.fetus verlaufen in der Regel als Bakteriaemie. Eine besondere Organmanifestation ist nicht zu finden, jedoch wurde eine Affinität für das Gefäßsystem vermutet, da bei dieser Bakteriaemie die Thrombophlebitis mit Keimnachweis von C.fetus eine häufige Manifestation ist. Septische Meningoencephalitis, Peritonitis, Adnexitis und Abszesse wurden beschrieben.

Für die Diagnostik der Campylobacter-Infektion steht die kulturelle Anzucht aus der Stuhlprobe an erster Stelle. Bei systemischen Infektionen kann die Anzucht auch aus den Blutkulturen oder anderem Abstrichmaterial gelingen. Der Antikörpernachweis ist für die immunpathologischen Nachkrankheiten gedacht; im akuten Fall einer Gastroenteritis gelingt er nicht.

Wichtigste therapeutische Maßnahme bei der Campylobacterenteritis ist eine Wasser- und Elektrolytsubstitution. Antibiotische Therapien bleiben systemischen Verläufen und besonders schweren Infektionen vorbehalten. Es werden Ampicillin/Gentamycin eingesetzt bzw. Erythromycin; Chinolone sind wegen der Bakterienresistenzen häufig nicht einsetzbar.

Das Reservoir der Campylobacter-Bakterien ist der Darmtrakt einer Vielzahl von Tieren z. B. Schweine, Schafe, Rinder, Hunde, Katzen, Geflügel usw. Über die Nahrungskette durch Fleischwaren, Milchprodukte, kontaminiertes Wasser werden die Keime auf den Menschen übertragen und verbreitet. Asymptomatische Keimträger mit mangelndem Hygienebewußtsein der Händereinigung, die Essen zubereiten, tragen zur Weiterverbreitung bei.

Campylobacter gehören zu den meldepflichtigen Erregern, ihr Nachweis ist vom Labor zu melden. Infektionen von zwei und mehr Personen sowie von Personen, die im Lebensmittelbereich tätig sind, müssen zusätzlich vom behandelnden Arzt gemeldet werden.


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