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Lab 28 - Ausgabe Juli 2000


 

Zoeliakie / Sprue

 

Die einheimische Sprue (Zoeliakie) ist eine relativ weit verbreitete chronische Erkrankung des proximalen Dünndarms, die durch Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber des in vielen Getreidearten enthaltenen Gluten hervorgerufen wird.
In den westlichen Ländern leiden 0,4 bis 1 % der Bevölkerung an einer Zoeliakie, die meist nicht erkannt wird.

Lab28 - Ausgabe Juli 2000

Service Based Medicine
Neues Haus - neue Hämatologiegeräte
Zoeliakie / Sprue
Shared-Epitope: Marker bei Arthritis
Pränatale Toxoplasmose
Fakten zur Infektionsgefahr Listerien
Malariarisiko in der Dominikanischen Republik
Masern
Parodontitis: Markerkeime und Risiko
Anämie: Folate, Vitamin B12, Vitamin C
Steuervergünstigung bei Praxisveräußerung

Das Krankheitsbild weist ein äußerst breites Spektrum auf und kann sehr uncharakteristisch verlaufen und in jedem Lebensalter auftreten.Neben der typisch klinisch manifesten Zoeliakie sind atypische Verlaufsformen der glutensensitiven Enteropathie mit mono- oder oligosymtomatischen extraintestinalen Manifestationen bekannt:

  • Latente Formen sind oft nur durch Eisen- und Vitaminmangel auffällig.

  • Relativ häufig leiden Patienten nur an einer Dermatitis herpetiformis Duhring (Deutsches Ärzteblatt 96, 26-27, 1999)

  • Schon seit längerem ist die Assoziation der Glutenunverträglichkeit mit der Rheumatoiden Arthritis und anderen rheumatischen Erkrankungen bekannt
    (Clin. Exp. Rheumatology 17, 509-511, 1999)

  • Frauen sind mit einem Anteil von 1,4 % häufiger als Männer betroffen
    (Gut 46, 232-235, 2000)
    Nach einer Studie von Norgasch et. al haben diese Frauen ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburt oder die Geburt von Kindern mit vermindertem Geburtsgewicht. Bei unbehandelten Frauen kommen Amenorrhoe und Aborte, späte Menarche, frühe Menopause häufiger vor als bei Gesunden
    (Gastr 6 Hep 8 (1) 63-67, 1996)
    Auch einer ungeklärten Infertilität kann eine latente Zoeliakie zugrunde liegen
    (Gut 39, 382-384, 1996).

Eine strikte glutenfreie Diät kann alle Symptome und das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt signifikant verringern sowie die Fertilität erhöhen.

Diagnostik: Bestimmung von AK gegen Gliadin und Endomysium/Transglutaminase im Serum.



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