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Prävention / Bestimmung der IgG-AviditätWährend 1998 nur 20 Fälle klinisch-manifeste konnatale Toxoplasma-Infektionen den Gesundheitsämter gemeldet wurden, errechnen mathematische Modelle mindestens 300 Fällen zum Zeitpunkt der Geburt. Da viele konnatalen Infektionen erst als Spätfolge in den ersten 20 Lebensjahren klinisch manifest werden (v.a.Retinochorioiditis) und deshalb nicht gemeldet werden, gehen Schätzungen von mehr als 1500 Fälle einer klinisch relevanten konnatalen Toxoplasma-Infektion im Jahr allein in Deutschland aus. Da nur die Erstinfektion während der Schwangerschaft zur konnatalen Toxoplasmose führt, wäre es wünschenswert, wenn der Immunstatus einer Frau bereits vor oder zu Beginn einer Schwangerschaft bekannt ist. Bei Nachweis Toxoplasma-spezifischer Antikörper zu diesem Zeitpunkt sind für die Schwangerschaft keine weiteren Konsequenzen hinsichtlich einer Toxoplasmose erforderlich; weitere Serumkontrollen erübrigen sich. Werden jedoch keine Toxoplasma-spezifischen Antikörper vor oder zu Beginn einer Schwangerschaft nachgewiesen, muß die Schwangere eine Infektionsprophylaxe (s. Kasten) einhalten, und sollte alle 8-12 Wochen serologisch auf Toxoplasma-spezifische Antikörper untersucht werden.
Im Gegensatz zu Frankreich und Österreich ist ein Screening auf Toxoplasmose während der Schwangerschaft in Deutschland bisher nicht vorgeschrieben. Eine Serokonversion wird entsprechend selten identifiziert. Die serologische Diagnostik erfolgt vielmehr indikationsbezogen. Während die Konstellation IgG positiv /IgM negativ für eine zurückliegende(latente) Infektion spricht, bedarf der Nachweis von spezifischen IgM-Antikörpern einer weiteren Abklärung, da bei der Toxoplasmose IgM-Antikörper nicht selten persistieren, z.T über Jahre. Ein positiver IgM-Nachweis hat somit einen niedrigen positiven Vorhersagewert für eine akute Toxoplasmainfektion. Serologische Diagnostik:
Ein positiver IgM-Nachweis muß durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden. Hierzu stehen eine ganze Reihe verschiedener Testsysteme zur Verfügung. In dieser Situation hat sich die Bestimmung von Toxoplasma-IgG-Avidität bewährt, besonders bei der Diagnostik im ersten Trimenon: Läßt sich ein Toxoplasma-IgG-Antikörper mit hoher Avidität nachweisen, spricht das dafür, dass die Infektion mindestens 4 Monate zurückliegt! Literatur: Groß U, Reichard U. Pränatale Toxoplasmose. Der Mikrobiologe 9. Jg. 1999: 121-124. [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |