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Lab 28 - Ausgabe Juli 2000


 

Parodontitis-Markerkeime und Parodontitis-Risiko

 

Entzündungsformen des Zahnhalteapparates, wie Gingivitis, Parodontitis sowie die Periimplantitis sind bakteriell bedingte Infektionskrankheiten.
Als Parodontitis-Markerkeime konnten Actinobacillus actinomycetemcomitans, Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Bacteroides forsythus und Treponema denticola charakterisiert werden.

Lab28 - Ausgabe Juli 2000

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Die pathogene Wirkung der anaerob wachsenden Bakterien beruht sowohl auf einer Störung der körpereigenen Abwehrfunktion als auch einer direkten Gewebezerstörung.
Die erfolgreiche Behandlung setzt daher eine Untersuchung der Parodontitis-Markerkeime voraus, um die mechanische Therapie der Parodontitis ggf. durch eine gezielte antibiotische Therapie unterstützen zu können.

Die unterschiedliche Krankheitsprogression bei den einzelnen Patienten kann durch das Vorhandensein der Parodontitis-Markerkeime alleine nicht erklärt werden.
Es konnte gezeigt werden, dass eine Verbindung zwischen dem Auftreten spezifischer Interleukin-I-Genotypen und einem gesteigerten Risiko für Parodontalerkrankungen besteht.

Daher kann über die Genotypisierung von Interleukin-Allelen, eine zusätzliche prognostische Information hinsichtlich der Parodontitis-Anfälligkeit der Patienten erhalten werden. Die Ergebnisse des Interleukin-Gentests können zur Erarbeitung von Therapie-und Prophylaxeplänen genutzt werden.

Die Diagnostik der Parodontitis-Markerkeime und die Genotypisierung der Interleukin-Allele wird jeweils durch molekularbiologische Nachweise (PCR) durchgeführt.

Indikationen:
Eine Diagnostik ist bei folgenden Parodontitiden indiziert:

  1. Früh beginnende Parodontitis (präpubertäre, juvenile und rapid progressive Parodontitis)
  2. Schwere generalisierte adulte Parodontitis
  3. Refraktäre Parodontitis
  4. Schwere marginale Parodontitis bei systemischen Erkrankungen
  5. Ggf. bei akuten Parodontalerkrankungen

Untersuchungsmaterial:

1.Parodontitis-Markerkeime:

Das Untersuchungsmaterial wird mittels Papierspitzen aus den Zahntaschen gewonnen

2. Interleukin-Gentest (Parodontitis-Risikotest)

  • Abstrich von der Wangenschleimhaut

oder

  • Abnahme eines EDTA-Vollblut-Röhrchens

Literatur:

  1. R.Raßhofer , Mikrobiologische Diagnostik bei Parodontopathien; ZMK, 3/ 99, 1-6
  2. M.Becker, M.Weizenegger, J.Bartel, Reverse Hybridization Assay for Rapid Identification of
    Periodontitis-Associated Interleukin-1 Allele; Clin.Lab., 9+10/ 99,S.499-505
  3. Th.F.Flemmig, M.Christgau, H.Karch, Mikrobiologische Diagnostik marginaler Parodontopathien,
    (Gemeinsame Stellungnahme von DGP und DGZMK),Hygiene und Mikrobiologie 4/99, S.15-16


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