Service für Einsender

Hilfe
Ergebnisse pro Seite: 
DAR Labor28 - Gesundheit ist messbar
MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG MVZ Labor 28 AG Laborgemeinschaft Laborgemeinschaft
MVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGMVZ Labor 28 AGLaborgemeinschaftLaborgemeinschaftLaborgemeinschaft Berlin

[Lab28: Aktuell]

[Lab28: Archiv]

[Alle Artikel]

Lab 28 - Ausgabe Juli 2000


 

Anämie: Folate, Vitamin B12, Vitamin C

 

Für die Erythropoese müssen täglich adäquate Mengen an Folaten, Vitamin B12, Ascorbinsäure und Eisen mit der Nahrung aufgenommen werden.
Während der Eisenmangel eine hypochrome, normozytäre Anämie verursacht, gehen der Folat- und der Vitamin B12-Mangel mit einer makrozytären Anämie einher. Die Anämie bei Vitamin C-Mangel ist normochrom und normozytär. Da vielfache Interaktionen im Stoffwechsel der drei Vitamine und auch mit dem Eisen bestehen, sind kombinierte Störungen häufig und die labordiagnostische Ursachenabklärung der Anämie sollte nicht schmalspurig erfolgen.

Lab28 - Ausgabe Juli 2000

Service Based Medicine
Neues Haus - neue Hämatologiegeräte
Zoeliakie / Sprue
Shared-Epitope: Marker bei Arthritis
Pränatale Toxoplasmose
Fakten zur Infektionsgefahr Listerien
Malariarisiko in der Dominikanischen Republik
Masern
Parodontitis: Markerkeime und Risiko
Anämie: Folate, Vitamin B12, Vitamin C
Steuervergünstigung bei Praxisveräußerung

Folate
Folsäure ist die Ausgangssubstanz der Folate, einer Gruppe strukturähnlicher Verbindungen. Für den Menschen ist nicht die unphysiologische Folsäure ein essentielles Vitamin, sondern die mit der Nahrung aufgenommenen metabolisch aktiven Folate.

Folatmangel resultiert vorwiegend aus einer verminderten Aufnahme mit der Nahrung. Dies wirkt sich zuerst auf die Hämatopoese aus und bei mehrmonatigem Mangel resultiert eine makrozytäre Anämie, die oft mit einer Leukopenie und Thrombozytopenie einhergeht.

Folatmangel gilt weltweit als einer der häufigsten Vitaminmangelzustände. Der klinisch manifeste Folatmangel wird zwar relativ selten diagnostiziert, aber Personen mit erhöhtem Folatbedarf wie Jugendliche und Schwangere haben in bis zu 30% zu niedrige Folsäurewerte. Auch bei alten Menschen werden vermehrt zu niedrige Folsäurekonzentrationen bestimmt.

Die klinischen Symptome, insbesondere die Auswirkungen des Folatmangels auf die Hämatopoese, können früher vorkommen, wenn gleichzeitig ein Vitamin B12- oder Ascorbinsäure-Mangel vorliegen.
Die Folsäureserumwerte können abhängig von der Folataufnahme mit der Nahrung schwanken, zwei Messungen an verschiedenen Tagen sind ein besserer Indikator des Folatstatus.

Vitamin B12
Vitamin B12, auch Cobalmin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin und wird im tierischen Organismus und von Mikroorganismen gebildet. In Pflanzenprodukten ist Vitamin B12 kaum vorhanden. Ein nahrungsbedingter Vitamin B12-Mangel ist, ausgenommen bei Vegetariern sowie Kranken und alten Personen mit ungenügender oder inadäquater Nahrungszufuhr, selten. Wesentliche Ursache des Vitamin B12-Mangels ist eine ungenügende intestinale Absorption.

Klinisch stehen neurologische und/oder hämatologische Störungen im Vordergrund.

Im Fett- und Aminosäurenmetabolismus sind zwei Vitamin B12-abhängigie Enzyme bekannt, die Methylmalonyl-CoA-Mutase und die Homocystein-Methyltransferase. Bei einem Vitamin B12-Mangel sind die durch diese Enzyme katalysierten Stoffwechselschritte gehemmt, und es kommt zur Anhäufung von Methylmalonsäure und Homocystein im Blut.

Labordiagnostik:
Als erster Test erfolgt die Bestimmung von Vitamin B12. Abhängig von der Konzentration kann folgendes Vorgehen empfohlen werden:

  • eine Konzentration > 300 ng/l schließt den Mangel aus.
  • liegt der Wert im Bereich von 190-300 ng/l kann eine Therapie mit Vit B12 bereits indiziert sein. Bestimmung von Homocystein im EDTA-Blut wegen arteriosklerotischem Risiko ratsam. Ggf. Ergänzung mit Bestimmung von MMS.
  • ist die Vitamin B12-Konzentration < 190 ng/l so liegt ein Mangel vor, wenn auch klinische Symptome darauf hinweisen. Bestimmung von Homocystein im EDTA-Blut wegen arteriosklerotischem Risiko ratsam. Ggf. Bestimmung der Mthymalonsäure, wenn klinische Symptomatik fehlt.

Prävalenz des Vitamin B12-Mangels bei alten Menschen:

  • 7-16% wenn eine Vitamin B12-Konzentration < 190 ng/l das Entscheidungskriterium ist.
  • 14,5 - 21%, wenn eine Vitamin B12-Konzentration < 300 ng/l und erhöhte Homocystein- und Methylmalonsäure-Werte als Kriterien herangezogen werden.

Der klinische Vitamin B12-Mangel hat zwei prinzipielle Manifestationen, die Anämie und neuropsychiatrische Symptome. Abhängig von der klinischen Studie haben 30-75% der Fälle mit Vitamin B12-Mangel neuropsychiatrische Symptome bei der Diagnosenstellung, der Rest präsentiert sich mit Symptomen, die aus der Anämie resultieren. Beachtet werden muß, dass

  • die neuropsychiatrischen Symptome sich vor dem Abfall der Vitamin B12-Konzentration unter den unteren Referenzbereich einstellen können und nur ein kurzes Zeitfenster für eine effektive Therapie besteht.
  • die hämatologischen Veränderungen wie Makrozytoses und Anämie relativ späte Indikatoren des Vitamin B12-Mangels sind.

Vitamin C
Ein Folat- und Vitamin C-Mangel existieren nicht selten gleichzeitig, insbesondere bei Kindern und alten Menschen. Ursache ist, daß beide in den gleichen Nahrungsmitteln, z.B. Obst und Salaten, enthalten sind.

Eine wichtige Funktion von Vitamin C (Ascorbinsäure) besteht in der Förderung der Eisenabsorption im Dünndarm.
Eisen-refraktäre Anämien können durch Gabe von Eisenascorbat oder den Zusatz von Vitamin C zur Eisentherapie gebessert werden.

Bei Behandlung einer Eisenmangelanämie sollte innerhalb von 3 Monaten die Folatkonzentration im Plasma kontrolliert werden, da die Eisengabe die Erythrozytenmasse erhöht und somit einen Folsäuremangel herbeiführen kann.
Bei Zuständen mit grenzwertiger Folsäurekonzentration kann ein gleichzeitig bestehender Vitamin C-Mangel die Folsäurespeicher leeren und eine makrozytäre Anämie herbeiführen.

Literatur:

Thomas L. Labor und Diagnose. TH Books Verlaggesellschaft, 1998



[nach oben] [zurück] [nächster Artikel]