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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2010


 

Welcher Test eignet sich am besten zur Diagnostik einer Zöliakie?

 

Die Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die bei disponierten Personen durch Verzehr glutenhaltiger Kost hervorgerufen wird. Gluten führt bei diesen Patienten zu einer Atrophie der Dünndarmschleimhautzotten mit der Folge einer Malabsorption und häufig chronischer Diarrhoe. Die latente Zöliakie, die nur durch Eisen- oder Vitaminmangel gekennzeichnet ist, hat eine deutlich höhere Prävalenz, wird jedoch oft nicht diagnostiziert.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2010

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Zur Diagnostik werden Antikörper gegen Endomysium, Transglutaminase und Gliadin eingesetzt. Da inzwischen die „tissue-Transglutaminase“ (tGT-Gewebstransglutaminase) als das wichtigste Autoantigen des Endomysiums identifiziert wurde, ist die direkte Bestimmung von Endomysium-Antikörpern neben der Bestimmung von Transglutaminase-Antikörpern i.d.R. nicht erforderlich.

Antikörper gegen Transglutaminase der Klasse IgA besitzen mit einer nahezu 100 % Sensitivität und Spezifität eine hohe diagnostische Aussagekraft. Dagegen eignen sich Antikörper gegen das native Gliadin nur bedingt zur Diagnostik, da sie häufig auch bei Gesunden nachgewiesen werden.

Kürzlich ist es jedoch gelungen, Bereiche des Gliadins zu identifizieren, gegen die nur von Zöliakiepatienten Antikörper gebildet werden (desaminierte Gliadinpeptide).

Mit Hilfe molekularbiologischer Methoden wurden diese Bereiche fusioniert (Institut für experimentelle Immunologie, Lübeck) und bilden als rekombinantes „Gliadin-analoges Fusionspeptid“ (GAF) die Grundlage des innovativen Anti-Gliadin (GAF-3X)-ELISA.

In einer Multicenter-Studie wurde dieser hochspezifische Test – in Kooperation mit namhaften Experten im In- und Ausland evaluiert. Insgesamt wurden dabei mehr als 400 Seren untersucht: Patienten mit bioptisch gesicherter Zöliakie (n = 181) sowie Patienten ohne Zöliakie (bioptisch gesichert; n = 220). In diesem Kollektiv weist der neue Anti-Gliadin (GAF-3X)-ELISA eine deutlich höhere Sensitivität auf als herkömmliche Anti-Gliadin-ELISA.

ELISA Sensitivität
bei 95 % Spezifität

IgA

Anti-Gliadin (nativ)

54 %

Anti-Gliadin (GAF-3X)

83 %

Anti-Gewebstransglutaminase

96 %

IgG

Anti-Gliadin (nativ)

31 %

Anti-Gliadin (GAF-3X)

94 %

Anti-Gewebstransglutaminase

62 %

Für die optimale Zöliakie-Diagnostik sollten in Verdachtsfällen parallel IgA-Antikörper gegen Gewebstransglutaminase und Antikörper gegen Gliadin (GAF-3X) untersucht werden. Dies bietet drei wesentliche Vorteile:

  1. postitive Anti-Gewebstransglutaminase-IgA-Befunde werden mit einem weiteren hochspezifischen Testsystem bestätigt
  2. die serologische Trefferquote wird erhöht, da einige Patienten keine Antikörper gegen Gewebstransglutaminase aufweisen
  3. Zöliakie-spezifische Antikörper der Klasse IgG werden mit dem Anti-Gliadin (GAF-3X)-ELISA zuverlässiger erfasst als mit dem Anti-Gewebstranglutaminase-ELISA (Sensitivität: Anti-Gliadin (GAF-3X)-ELISA (IgG): 94 %, Anti-Gewebstransglutaminase-ELISA (IgG): 62 %).

Darüber hinaus eignet sich der Anti-Gliadin (GAF-3X)-ELISA (IgG) auch für die serologische Diagnostik der Zöliakie bei IgA-Mangel (häufig assoziiert mit Zöliakie) und für die Diätkontrolle.

Literatur:

  1. Schwertz et al. Clin. Chem. 2004, 50:2370-2375
  2. Prause et al. Journal of Pediatric Gastroenterolgy and Nutrition 2009, 49:52-58
  3. Prause et al. Annals of the New York Academy of Sciences 2009, 1173:28-35

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