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Wenn man die aktuellen Diskussionen der zu überarbeitenden Gesundheitsreform verfolgt, so springt einem aus alten Zeiten so viel Bekanntes aus vergangenen Diskussionen und Debatten entgegen. Alles ist getrieben vom redundanten Ritual der Vertreter der Gruppeninteressen, der vorgeschobenen und tatsächlichen Ängste, der Grenzerfahrung von Unwirtschaftlichkeit und der behüteten Jagdgründe, der echten und der vermeintlichen Sorgen, von instrumentalisierten Aktionen, Bedenken und Bedenkenträgern. Ein wahrhaft schwieriges Terrain, in dem kaum jemand eine Patentlösung in der Tasche hat. Umso wichtiger ist in dieser Situation ein Blick in die Zukunft, um die Spielräume für Wünsche und Notwendigkeiten in den nächsten Jahren zu erfassen. Seriöse Zukunftsforscher und Beratungsinstitutionen sagen ein ziemlich dramatisches Szenario für 2020 und später voraus. Einerseits wird sich durch die Bindung der medizinischen Kapazität durch die alternde Bevölkerung, andererseits durch ein vorhersehbares Absinken der Zahl der medizinischen Leistungserbringer eine dramatische Lücke bei der Gesundheitsversorgung entwickeln. Gewiss, medizinische Hitech-Leistung für gut zahlende Patienten wird nicht gefährdet sein. Dies ist aber nur eine kleine Facette; die „normale“ Gesundheitsversorgung wird kritisch, wenn nicht erhebliche Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden. Insofern ist der Blick in die Zukunft wichtig, ja zwingend, um die Probleme von heute nicht falsch zu beantworten. Manche Diskussion, mancher Streit von heute wird im Licht der zwingenden Realität von morgen zur Makulatur.
Unumgänglich wird die Steigerung der Transparenz medizinischer Leistungen, Maßnahmen und Wirkungen. In diesem Zusammenhang müssen Erfolg, Wirtschaftlichkeit und Handlungsalternativen deutlicher werden. Dies setzt Datenstrukturierungen voraus, die allerdings nicht zu einer weiteren bürokratischen Belastung der Leistungserbringer führen dürfen. Intelligente Anwendungsentwicklungen im Rahmen der E-Card könnten die Voraussetzungen schaffen. Dabei bleibt vernünftiger Datenschutz zwingend, sollte aber nicht zum Ausbremsen mißbraucht werden. Unumgänglich ist das Erreichen einer möglichst hohen Effizienz der Leistungserbringung, der Prozessabläufe und der optimalen Verzahnung einzelner Schritte. Hier ist stärker als bisher betriebswirtschaftliche Kompetenz einzubinden. Medizinische und technische Innovationen wird es sicherlich geben und sie sollten gefördert werden. Sie werden aber nur helfen, die Problematik zu lindern, nicht aber zu lösen. Es bleibt zu hoffen, dass der klare Blick auf die zwingenden Handlungsfelder bei den längerfristigen Perspektiven zumindest die Richtung der jetzigen Gestaltung beeinflussen wird. |