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Mit Dabigatran (Pradaxa®) und Rivaroxaban (Xarelto®) stehen seit 2008 zwei viel versprechende oral zu verabreichende Gerinnungsinhibitoren zur Verfügung, die derzeit zur Prophylaxe bei Hüft- und Kniegelenksoperationen eingesetzt werden. Diese Substanzen werden voraussichtlich in Kürze auch zur Therapie des Vorhofflimmerns und venöser Thromboembolien zugelassen werden. Sie haben außer der oralen Verabreichung den Vorteil der von Antithrombin unabhängigen Wirkung und eine relativ kurze Halbwertszeit. Dadurch sind sie gut steuerbar und zudem ist (anders als bei Cumarinen) in der Regel kein Therapiemonitoring erforderlich. beide Gerinnungsinhibitoren haben einen erheblichen Einfluss auf viele Gerinnungsanalysen, so dass es ohne Kenntnis der Einnahme zu Fehlinterpretationen von Laborbefunden kommen kann! Dies gilt insbesondere bei therapeutischer Dosierung, in geringerem Maße aber auch bei prophylaktischer Gabe! Rivaroxaban ist ein direkter Faktor X-Inhibitor und hat einen starken Effekt auf die Quick-Ergebnisse, die falsch zu niedrig gemessen werden. In geringerem Ausmaß kann aber auch die PTT verlängert werden. Auch Lupus-Antikoagulanzien (DRVVT)-Teste sind unter Rivaroxaban nicht mehr aussagekräftig. Antithrombin-Ergebnisse werden bei Verwendung von Faktor-Xa-basierten Testen falsch zu hoch ermittelt. Fazit: Zu diesem Thema werden derzeit auch noch einige Studien durchgeführt, deren Ergebnisse abzuwarten bleiben. Grundsätzlich unbeeinflusst bleiben Analysenergebnisse, die mittels Immunoassays ermittelt werden: dies betrifft die D-Dimere, das von Willebrandt-Antigen und den Ristocetin-Co-Faktor. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden sollte bei Anforderung von Gerinnungsanalysen unter Gabe der genannten Medikamente Folgendes beherzigt werden:
Die Anmerkungen gelten natürlich auch für andere schon seit längerem eingesetzte Medikamente wie z. B. Argatroban, dessen Einsatz sich aber auf wenige Indikationen (wie HIT II) im klinischen Bereich beschränkt. Jedoch sollte auch hier das Labor entsprechend informiert werden.
TF=Tissue Factor
Literatur: aus Vortrag Frau Prof. Dr. E. Lindhoff-Last, Leiterin Schwerpunkt Angiologie/Hämostaseologie, Johann-Wolfgang-Goethe Universitätsklinikum Frankfurt a. M., Roche Tage, Mannheim, 11.06.2010 |