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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2008


 

Vitamin D-Schutz vor Osteoporose und Karzinomen

 

Vitamin D3 (Cholecalciferol) wird in der Haut aus 7-Dehydro-Cholesterin durch Photolyse mit UV-Sonnenlicht gebildet. In der Leber wird Cholecalciferol zu 25(OH)D3 hydroxyliert. Eine weitere Hydroxylierung in der Niere bildet das aktive Hormon 1,25(OH)2D3. Dieser Schritt wird durch Parathormon, Phosphat und (als Rückkopplung) durch 1,25(OH)2D reguliert.(4)

Lab28 - Ausgabe Dezember 2008

Labor - Reform - Chaos
Anti-Müller-Hormon (AMH)
Der C1-Esterase-Inhibitor-Mangel
Primärer Hyperaldosteronismus
Vitamin D-Schutz vor Osteoporose u. Karzinomen
Labordiagnostik beim Raynaud-Phänomen
Sportanämie
Pseudothrombozytopenie
Mikrobiologische Diagnostik mit MALDI-TOF
Berliner Diabeteszentrum für Schwangere
Einsendung Mikrobiologischer Proben
Steuertipp: Neuregelung der Abgeltungssteuer

Ergocalciferol (Vitamin D2) stammt aus pflanzlichen Quellen und wird analog zu Vitamin D3 zu 1,25(OH)2D2 hydroxyliert. Es ist in einigen pharmazeutischen Präparaten enthalten. Die Wirkung ist der des Vitamin D3 ähnlich.(4)

Sowohl die D3- als auch die D2-Form des 1,25(OH)2D sind für die Calciumresorption und für den Einbau von Calcium in Knochen erforderlich. Zudem hat 1,25(OH)2D immunregulierende Funktionen. Epidemiologische Studien legen einen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel mit Karzinomen, Herz- und Autoimmunerkrankungen nahe (Typ 1-Diabetes, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Asthma bronchiale).(1) Vitamin D scheint einen protektiven Effekt vor Brust-, Prostata-, Ovarial- und Pankreaskarzinomen zu haben. Die Studienlage spricht für eine anzustrebende 25(OH)D-Konzentration im Blut von mehr als 20 µg/l. Beispielsweise haben Patienten mit 25(OH)D-Werten über 33 µg/l ein 50 % niedrigeres Risiko für kolorektale Karzinome als Patienten mit 25(OH)D-Werten unter 12 µg/l.(3) Patientinnen mit 25(OH)D-Werten um 52 µg/l haben ein 50 % niedrigeres Risiko für Brustkrebs im Vergleich zu Patientinnen mit 25(OH)D-Werten unter 13 µg/l.(2)

Im Blut können sowohl 1,25(OH)2D als auch 25(OH)D bestimmt werden. Das wirksame Hormon 1,25(OH)2D3 hat eine Halbwertzeit von 4-6 h. Durch die präzise Regulation der Bildung in der Niere ist dieser Marker nur bei Niereninsuffizienz in einzelnen Fällen von Belang.(4) Für die Diagnostik von Mangelzuständen ist 1,25(OH)2D kein sensitiver Parameter.

Für einen Vitamin D-Mangel ist vielmehr die 25(OH)D-Konzentration aussagekräftig. Durch die lange Halbwertzeit von etwa 3 Wochen ist dieser Parameter verhältnismäßig robust. Immunologisch werden bei der Testung gleichermaßen 25(OH)D2 und 25(OH)D3 erfaßt. Da die 25-Hydroxylierung schnell und nicht reguliert ist, spiegelt die Konzentration des 25(OH)D den Vitamin D-Versorgungsstand wider.(4)

Die Untersuchung erfolgt im Labor 28 taggleich (Untersuchungsmaterial: Serum). Bei 25(OH)D-Werten unter 20 µg/l kann von einem beginnenden Mangel ausgegangen werden.

Literatur:

  1. Beastall G, Rainbow S. Vitamin D reinvented: implications for clinical chemistry. Clin Chem 2008;54(4):630-632
  2. Garland CF, Gorham ED, Mohr SB, Grant WB, Giovannucci EL, Lipkin M, Newmark H, Holick MF, Garland FC. Vitamin D and prevention of breast cancer: pooled analysis. J Steroid Biochem Mol Biol 2007;103(3-5):708-711
  3. Gorham ED, Garland CF, Garland FC, Grant WB, Mohr SB, Lipkin M, Newmark HL, Giovannucci E, Wei M, Holick MF. Optimal vitamin D status for colorectal cancer prevention: a quantitative meta analysis. Am J Prev Med 2007;32(3):210-216
  4. Wootton AM. Improving the measurement of 25-hydroxyvitamin D. Clin Biochem ev 2005;26(1):33-36

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