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In zahlreichen Untersuchungen wurde bei Sportlern, insbesondere bei Ausdauersportlern, im Vergleich zu Nichtsportlern eine erniedrigte Erythrozyten- und Hämoglobinkonzentration nachgewiesen. Bei Vergleichsuntersuchungen zwischen Ausdauertrainierten und Untrainierten wurden ein um ca. 0,5 g/dl verminderter Hämoglobinwert und ein um ca. 2 % verminderter Hämatokritwert beobachtet. Dieses Phänomen wird auch mit dem nicht eindeutig definierten Begriff „Sportanämie“ belegt. Diese subnormalen Werte des roten Blutbildes dürfen nicht im Sinne einer Anämie fehlinterpretiert werden. Sportbedingt sind beim Ausdauertrainierten die absolute Zahl der roten Blutzellen und das Plasmavolumen erhöht. Da das Plasmavolumen dabei im Vergleich zur absoluten Erythrozytenzahl überproportional vergrößert ist, resultiert eine verminderte Konzentration der Erythrozyten- und Hämoglobinkonzentration. Eine bessere Bezeichnung für das subnormale rote Blutbild beim Ausdauersportler wäre der Begriff „Pseudoanämie“. Vor allem kommt diesem Phänomen kein Krankheitswert zu. Bei der Pseudoanämie handelt es sich um eine Anpassung an Ausdauersport, da gleichzeitig die Viskosität des Blutes vermindert ist und damit auch die Herzarbeit. Außerdem spielt eine Vergrößerung des Plasmavolumens für die Thermoregulation und die Erhaltung der Homöostase eine wesentliche Rolle. Sportbedingter Eisenmangel und Eisenmangelanämie Neben dem Phänomen Pseudoanämie ist bekannt, dass Eisenmangel und Eisenmangelanämie bei Sportlern (abhängig von Trainingsart und Trainingsumfang) häufiger auftreten als bei Nichtsportlern. Das liegt daran, dass Sportler, insbesondere Frauen, einen erhöhten Bedarf und Verlust an Eisen haben. Die Diagnostik einer Anämie bzw. eines Eisenmangels gestaltet sich wegen der oben beschriebenen Adaptionen (Pseudoanämie) beim Sportler besonders schwierig. Die üblichen Referenzbereiche für das rote Blutbild können nicht ohne weiteres zur Beurteilung herangezogen werden. Auch die Ferritinbestimmung als traditioneller Marker zur Feststellung eines Körpereisenmangels hat beim Sportler nicht die übliche Zuverlässigkeit. Ferritin ist als „akute Phase Protein“ noch bis zu einer Woche falsch hoch zu finden und im Ruhezustand durch den Verdünnungseffekt falsch niedrig. Literatur: [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |