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Ein neues Verfahren auf dem Weg zur RoutineEine mikrobiologische Analyse zur Identifizierung eines Bakteriums erfolgt in der Regel in den Teilschritten: Gewinnung des Materials, kulturelle Anzucht auf entsprechenden Nährmedien und anschließende Identifizierung. Die Identifizierungen erfolgen manuell oder überwiegend automatisiert auf biochemischem Weg, mittels sogenannter „Bunter Reihen“. In unserem Labor verwenden wir dazu den „Vitek II“. Diese klassischen Verfahren benötigen in der Regel bis zu 48 Stunden bis zum vollständigen Identifizierungs-Ergebnis. Eine neuartige Technologie scheint nicht nur einen Geschwindigkeitsvorteil zu besitzen, sondern könnte darüber hinaus auch weniger kosten- und arbeitsintensiv sein: Identifizierung von Bakterien mittels MALDI-TOF Massenspektrometrie (Matrix Assisted Laser Desorption Ionisation-Time Of Flight Massenspektrometrie). Die Technik ist für den erfahrenen Labordiagnostiker so einfach wie genial: Ausgehend von einer gewachsenen Reinkultur wird dabei ein molekularer Fingerabdruck eines Mikroorganismus erzeugt. Dazu werden winzige Mengen einer gewachsenen Kolonie auf einen Träger aufgebracht, mit organischer Säure überschichtet und danach sofort in ein Massenspektrometer überführt. Dort werden die Biomoleküle mittels Laserstrahl ionisiert, in einem elektrischen Feld beschleunigt und durch ein Flugrohr geleitet. Eine Detektoreinheit errechnet anschließend aus den Flugzeiten die gemessenen Molekularmassen und erstellt ein Massenspektrum. Diese Daten werden danach mit einer Referenzdatenbank abgeglichen und als Typisierungsergebnis ausgewiesen. Der ganze Prozess dauert pro Keim-Identifizierung nur etwa 2 Minuten. Damit ist eine Keimbestimmung innerhalb von 24 Stunden möglich. Es können sowohl Bakterien als auch Hefen und Pilze identifiziert werden. Bislang gibt es zwei Firmen, die derartige Geräte anbieten: Firma Bruker Daltonics mit der Auswerteeinheit „Maldi Biotyper“ und Firma Shimadzu mit dem Auswertesystem „Saramis“. Die weiteren Entwicklungen bis zum Routineeinsatz werden wir mit großem Interesse verfolgen. [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |