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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2008


 

Mikrobiologische Diagnostik mit MALDI-TOF

 

Ein neues Verfahren auf dem Weg zur Routine

Eine mikrobiologische Analyse zur Identifizierung eines Bakteriums erfolgt in der Regel in den Teilschritten: Gewinnung des Materials, kulturelle Anzucht auf entsprechenden Nährmedien und anschließende Identifizierung. Die Identifizierungen erfolgen manuell oder überwiegend automatisiert auf biochemischem Weg, mittels sogenannter „Bunter Reihen“.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2008

Labor - Reform - Chaos
Anti-Müller-Hormon (AMH)
Der C1-Esterase-Inhibitor-Mangel
Primärer Hyperaldosteronismus
Vitamin D-Schutz vor Osteoporose u. Karzinomen
Labordiagnostik beim Raynaud-Phänomen
Sportanämie
Pseudothrombozytopenie
Mikrobiologische Diagnostik mit MALDI-TOF
Berliner Diabeteszentrum für Schwangere
Einsendung Mikrobiologischer Proben
Steuertipp: Neuregelung der Abgeltungssteuer

In unserem Labor verwenden wir dazu den „Vitek II“. Diese klassischen Verfahren benötigen in der Regel bis zu 48 Stunden bis zum vollständigen Identifizierungs-Ergebnis.

Eine neuartige Technologie scheint nicht nur einen Geschwindigkeitsvorteil zu besitzen, sondern könnte darüber hinaus auch weniger kosten- und arbeitsintensiv sein:

Identifizierung von Bakterien mittels MALDI-TOF Massenspektrometrie (Matrix Assisted Laser Desorption Ionisation-Time Of Flight Massenspektrometrie).

Die Technik ist für den erfahrenen Labordiagnostiker so einfach wie genial: Ausgehend von einer gewachsenen Reinkultur wird dabei ein molekularer Fingerabdruck eines Mikroorganismus erzeugt.

Dazu werden winzige Mengen einer gewachsenen Kolonie auf einen Träger aufgebracht, mit organischer Säure überschichtet und danach sofort in ein Massenspektrometer überführt. Dort werden die Biomoleküle mittels Laserstrahl ionisiert, in einem elektrischen Feld beschleunigt und durch ein Flugrohr geleitet. Eine Detektoreinheit errechnet anschließend aus den Flugzeiten die gemessenen Molekularmassen und erstellt ein Massenspektrum. Diese Daten werden danach mit einer Referenzdatenbank abgeglichen und als Typisierungsergebnis ausgewiesen.

Der ganze Prozess dauert pro Keim-Identifizierung nur etwa 2 Minuten. Damit ist eine Keimbestimmung innerhalb von 24 Stunden möglich. Es können sowohl Bakterien als auch Hefen und Pilze identifiziert werden.
An weiteren Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. der schnellen Identifizierung von Keimen in Blutkulturen, wird gearbeitet.

Bislang gibt es zwei Firmen, die derartige Geräte anbieten: Firma Bruker Daltonics mit der Auswerteeinheit „Maldi Biotyper“ und Firma Shimadzu mit dem Auswertesystem „Saramis“.
Einige Geräte stehen zur Erprobung bereits in größeren Kliniken und Labors oder auch in Referenzzentren für Mikroorganismen.

Die weiteren Entwicklungen bis zum Routineeinsatz werden wir mit großem Interesse verfolgen.

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