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Labor − Reform − Chaos
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Bundesweit hat die Laborreform Oktober 2008 ein erhebliches Chaos verursacht. Ein Hauptproblem ergab sich dadurch, dass etliche Regelungen und Ausführungsbestimmungen sehr kurzfristig bekannt gegeben bzw. geändert wurden. Die einzelnen Bausteine im hoch komplexen Organisationsablauf eines Labors sind jedoch das Formularwesen, Software-Änderungen durch mehrere Systemhäuser sowie maschinelle und mengenmäßige Anpassungen, die sechs Monate und länger Vorbereitungen erfordern. Insofern war es für ein Labor eine rechtzeitig festzulegende strategische Frage, wie die Anforderungen der Reform im Sinne eines möglichst reibungslosen Ablaufes - und damit im Interesse der Einsender - gewährleistet werden können.
Vielen Einsendern waren etliche Regelungsschritte, die scheinbar am berühmten grünen Tisch kreiert worden waren, nicht mehr plausibel erklärbar, so dass eine pragmatische Linie gefunden werden musste. An dieser Stelle haben dann die KVen in sehr unterschiedlicher ja widersprüchlicher und missverständlicher Weise das Muster 10 a interpretiert und damit eine erhebliche Unruhe ausgelöst. Darüber hinaus lebten plötzlich Diskussionen über Laborgemeinschaften wieder auf, die eigentlich überwunden geglaubt waren.
Aber zurück zum eigentlichen Ziel der Reform: Es soll eine bezahlbare, innovative Labordiagnostik gewährleistet und einer möglichen Mengenausweitung enge Grenzen gesetzt werden. Bei einer stringenten KBV-Politik wäre es lohnend, dieses Zielpotenzial zu analysieren.
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Weltweit wird in Deutschland die preiswerteste Labordiagnostik auf einem anerkannt hohen Qualitätslevel erbracht. Jeder Betriebswirtschaftler weiß, dass aus dem Kapitel 32.2 (Laborgemeinschaft) kein realer Gewinn erzielbar ist. Im Kapitel 32.3 (Facharzt) liegt nach gesicherten Erkenntnissen der KBV der durchschnittliche Fallwert bei einer Selbstzuweisung bei einem Vielfachen gegenüber dem Überweisungsauftrag Facharztlabor! Die neu entflammte Diskussion über die Laborgemeinschaften (Kapitel 32.2) und neue Varianten ist rein emotional und betrifft honorarmäßig nur einen Bruchteil des Labortopfes und einen Minianteil vom Gesamthonorar. Vielmehr sollte die Effizienz der Labors als Chance begriffen werden und zum beidseitigen Vorteil genutzt werden. Effizienzabbau durch eine aberwitzige Beeinträchtigung der Ablauforganisation geht zu Lasten aller Ärzte und auch der Qualität.
Noch ein Wort zu unserer Partnerschaft mit Sonic Healthcare. Labor 28 hat sich dem Australischen Diagnostikdienstleister angeschlossen, weil wir in der Vergangenheit erfahren mussten, dass einige Verträge mit Krankenhäusern, Einsendergruppen und Kassen nur noch bei bundesweiter Präsenz möglich sind. Bei Abwägung der potenziellen Partner erschien uns Sonic mit seiner ärztlich geprägten globalen Struktur als die zukunftsorientierteste und spannenste Variante, unter dessen Sicherheit der Berliner Standort ausgebaut werden und an Gewicht und Kompetenz gewinnen kann.
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