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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2007


 

Gen-Polymorphismus der ACE-Aktivität
(Genotyp-korrigierte Refenrenzbereiche)

 

ACE (=Angiotensin converting Enzyme) ist ein membrangebundenes, als Peptidase wirkendes Glykoprotein. Physiologisch nimmt ACE eine zentrale Rolle bei der Regulation des Blutdrucks ein.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2007

Neues Zeitalter
Kleine Fehler - große Auswirkung
Nierenfunktion und Arteriosklerose
Keuchhusten bei Erwachsenen
Lunge und Autoimmunerkrankungen
Gen-Polymorphismus der ACE-Aktivität
Heparininduzierte Thrombozytopenie
Neuromyelitis optica vs Multiple Sklerose
Aktuelles aus dem St. Joseph-Krankenhaus
Therapieresistente Hypertonien
Der Steuertipp

ACE katalysiert die Umwandlung von Angiotensin I in Angiotensin II, das vasokonstriktorisch wirkt und in der Nebenniere die Freisetzung von Aldosteron fördert.

Bei der Sarkoidose wird die Bildung von ACE durch T-Lymphozyten kontrolliert.

Die Aktivität von ACE spielt bei der Diagnostik und Behandlung der Sarkoidose eine wichtige Rolle.

Intraindividuell verhalten sich die ACE-Konzentrationen sehr konstant.

1992 wurde der Deletions Insertions (D/I)-Polymorphismus des ACE-Gens nachgewiesen (3), der die großen interindividuellen Unterschiede der ACE-Werte erklärt.

Personen mit D-Allel-Homozytogie wiesen die höchsten ACE-Aktivitäten auf, homozygote Personen für das Insertions-Allel die niedrigsten Werte.

Aus klinischer Sicht besteht ein Bedürfnis, genotypbezogene Referenzbereiche als Grundlage für Diagnostik und Therapie zu verwenden.

Ruprecht u. Mitarbeiter (4) bestimmten bei einem gesunden Referenzkollektiv (n = 262) aus Norddeutschland die ACE-Werte mit einem kinetischen Test (Bühlmann). Parallel dazu erfolgte die Bestimmung der beiden Genpolymorphismen aus genomischer DNA mit einer PCR-Methode. Der Genotyp DD wurde in rund 30% und der Genotyp II in 21% gefunden. Die restlichen (~ 50%) fielen auf den heterozygoten Typ DI.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der gegenwärtige, meist angegebene Referenzbereich des ACE-Spiegels von unter 55 U/l streng genommen nur für 21% gilt.

Ohne Genotyp-Korrektur liegt der Referenzbereich zwischen 15 und 80 U/l.

Dies zeigt, dass die meisten Patienten mit Sarkoidose in diesem Bereich der Varianz fallen, falls eine Genotyp-Korrektur nicht vorgenommen wird.

Eine Altersabhängigkeit der ACE-Aktivität besteht in dem untersuchten Kollektiv (17-64 Jahre) nicht.

Bezogen auf 95%-Konfidenzintervall ergibt sich für den Genotyp DD ein Referenzbereich von 31,8-87,8 U/l, für den heterozygoten Typ DI 18,6-76,8 U/l und für den Typ II von 13,7-50,7 U/l.

Geschlechtsdifferenzen sind klinisch nicht relevant.

Bei Kindern werden erhöhte ACE-Werte gefunden. Deshalb ist die Anwendung der genotypkorrigierten Referenzbereiche in dieser Altersgruppe nicht möglich.

Es wird empfohlen, eine eindeutige routinemäßige Bestimmung im Rahmen der Sarkoidose-Diagnostik durchzuführen, damit man die genotypkorrigierten Referenzbereiche anwenden kann.

Der ACE-Polymorphismus hat noch einen interessanten Aspekt für die Sportmedizin.

Das I-Allel des ACE-Gens zeigt eine Assoziation mit besserer sportlicher Ausdauerleistung (1, 2).

Außerdem berichten Wells et al. (5) einen positiven Effekt des ACE-DD-Genotyps gegen die Entwicklung einer idiopathisch tiefen Venenthrombose und Lungenembolie.

Literatur:

  1. Collins, M. et al. Med. Sci. Sports Exerc. 36: 1314-1320 (2004)
  2. Montgomery, H.E. et al. Nature 393: 221-222 (1998)
  3. Rigat, B. et al. Nucleic Acids Res. 20: 14333 (1992)
  4. Ruprecht, B. Et al. Pneumologie 55: 326-332 (2001)
  5. Wells, P.S. et al. Thromb. Haemost. 90: 829-834 (2003)

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