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Die Neuromyelitis optica (Devic-Syndrom) wie auch die Multiple Sklerose, beide autoimmun bedingte Erkrankungen des ZNS, sind insbesondere im Anfangsstadium schwer zu differenzieren. Beim Devic-Syndrom ist neben einer Myelitis mindestens auch ein Auge mit Neuritis nervi optici betroffen. Dies hat eine vorübergehende oder auch bleibende Erblindung des betroffenen Auges, periphere Extremitätenlähmungen und Verlust der Blasen- und Darmkontrolle mit Inkontinenz zur Folge. Die Multiple Sklerose wiederum befällt auch andere ZNS-Bereiche. Eine Forschergruppe der Cecilie-Vogt-Klinik für Molekulare Neurologie an der Charité hat in einer Studie das Vorliegen von Antikörpern gegen Aquaporin 4 mit einer Spezifität von 63 % bei Neuromyelitis optica nachweisen können. Aquaporin 4 ist ein Protein, welches durch die Bildung von Kanälen in der lipophilen Zellmembran im ZNS für den Durchtritt von Wassermolekülen verantwortlich ist. In Zusammenarbeit mit Labormedizinern wurde ein Radioimmunopräzipitations-Assay (RIPA) zum Nachweis von AK gegen das Zielantigen Aquaporin 4 entwickelt. Bei 21 von 37 Patienten mit Neuromyelitis optica und bei 6 von 6 Patienten mit LETM (longitudinally extensive transverse myelitis über mehr als drei Segmente) ließen sich diese im Serum quantitativ nachweisen. Patienten, welche an LETM erkrankt sind, haben ein hohes Risiko, eine Neuromyelitis optica zu entwickeln. Dagegen findet sich bei nur 5 Patienten der aus 217 Patienten bestehenden Kontrollgruppe mit Multipler Sklerose und anderen entzündlich und nicht-entzündlich bedingten neurologischen Erkrankungen dieser Nachweis. Bei rheumatischen Erkrankungen und Gesunden in einer Kontrollgruppe von weiteren 74 Personen hatte keiner der Getesteten Aquaporin 4-Antikörper! Kreuzreaktivitäten wurden gegen drei Kontrollantigene getestet: Desmoglein 3 (Pemphigus vulgaris), 21-Hydroxylase (M. Addison) und Ku80 (Myositis) zeigten keine Kreuzreaktivität. Eine frühe Differenzierung dieser Erkrankungen mit unterschiedlichen Therapieregimes ist somit möglich. Es wird erwartet, dass eine frühe Diagnosestellung des Devic-Syndroms mit nachfolgender Therapie eventuell weitere Krankheitsschübe und das Fortschreiten der Erkrankung verhindern kann. Literatur: Paul F, Jarius S, Aktas O, Bluthner M, Bauer O, et al. (2007): [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |