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Aktuelles aus dem St. Joseph-Krankenhaus
Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Tempelhof hat ein neues Behandlungsprogramm für Patienten entwickelt, die ein künstliches Kniegelenk oder Hüftgelenk (Endoprothese) erhalten. Alle beteiligten Berufsgruppen haben in interdisziplinären Arbeitsgruppen den optimalen Ablauf aller Behandlungsschritte in Form eines Behandlungspfades aufeinander abgestimmt und festgelegt. Hierbei wird insbesondere die „Schnittstellenproblematik“ im Behandlungspfad berücksichtigt, so dass für die Patienten keine unnötigen Wartezeiten entstehen (z. B. vor der notwendigen Röntgenkontrolle nach der Operation) und vor allem für die beteiligten Mitarbeiter Reibungsverluste vermieden werden. So sind z. B. die nach der Operation erforderlichen Laborkontrollen, Verbandswechsel und krankengymnastischen Übungseinheiten im Pfad festgelegt und zeitlich zugeordnet, so dass über die Planbarkeit der Arbeitsabläufe die vorhandenen (personellen) Ressourcen optimal genutzt werden können. Die einzelnen Maßnahmen müssen nicht jedes Mal bedacht, angeordnet und durchgeführt werden, sondern sind in den Arbeitsgruppen zwischen allen beteiligten Disziplinen kommuniziert und entsprechend festgelegt. Neben der Straffung und Optimierung des Behandlungsverlaufes für die Patienten führt eine solch detaillierte Planung der Behandlungsschritte natürlich auch zur Vermeidung von Fehlern und Versäumnissen und damit zur größtmöglichen Sicherheit sowohl für die Patienten als auch für die beteiligten Mitarbeiter. Dabei kommt zusätzlich eine ebenfalls in den Arbeitsgruppen entwickelte Pfaddokumentation zur Anwendung, die zum Teil in Form einer Checkliste Teile der bisherigen Dokumentation ersetzt und den Pfadverlauf vorgibt. Wesentlicher Bestandteil des Schnell-Läufer-Programms ist aber auch die umfassende Schulung der Patienten zu allen Aspekten der Operation, der Narkose, der Schmerztherapie, der Rehabilitation und des Lebens mit einem künstlichen Gelenk. Die Patienten erhalten nach einer ersten Aufklärung und Information in der Sprechstunde einen Termin für einen prästationären Schulungstag, der eine Woche vor der geplanten stationären Aufnahme stattfindet. An diesem Schulungstag lernen sie ihre Mitpatienten kennen (jeweils 4 Patienten werden zu einer Gruppe zusammengefasst) und werden von allen beteiligten Disziplinen (Pflege, Physiotherapie, Anästhesie, Sozialdienst und Orthopädie) auf ihre Behandlung vorbereitet. Schwester Thea Helm (unsere Schnell-Läufer-Betreuerin) zeigt ihnen die Station 14 und unser Schnell-Läufer Wohnzimmer (ein speziell für diese Patienten eingerichteter Tagesaufenthaltsraum), sie lernen die OP-Schleuse kennen, erlernen das Laufen an Gehstützen und haben an diesem Schulungstag Gelegenheit, auf alle brennenden Fragen eine Antwort zu bekommen. So erfolgt die eigentliche stationäre Aufnahme dann in eine bereits bekannte Umgebung mit bereits bekannten Mitpatienten, einer bekannten Stationsschwester und einem ganz klaren Ablauf. Informierte, angstfreie Patienten sind in der Lage, aktiv an ihrem Genesungsprozess mitzuarbeiten, weil sie die Notwendigkeit der einzelnen Behandlungsschritte kennen und mögliche Komplikationen selbstständig vermeiden können (z. B. Reduktion des Thromboserisikos durch Frühmobilisierung). So erhoffen wir uns von unserem Programm zufriedene „Schnell-Läufer“, zufriedene Mitarbeiter, zufriedene einweisende Ärzte und natürlich bestmögliche Behandlungsergebnisse. Eine Evaluation findet durch Patienten- und Einweiserbefragungen statt sowie durch eine klinische und radiologische Nachuntersuchung der Patienten in festgelegten Intervallen. Dabei verfolgen wir das ehrgeizige Ziel einer echten Dokumentation der Ergebnisqualität über 10 Jahre (!) und gehen mit unseren gesammelten Daten einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem (dringend erforderlichen) Endoprothesenregister in Deutschland. Chefärztin Dr. med. Elke Johnen [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |