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Für Sie aus dem Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch Institutes (RKI) referiert
Das seit 2002 bestehende STD-Sentinel (STD=Sexual Transmitted Diseases) des Robert Koch Institutes zeigt ein sehr uneinheitliches labordiagnostisches Vorgehen der Teilnehmer. So werden qualitativ unterschiedliche Nachweismethoden angewendet, mit dem Resultat nicht vergleichbarer Untersuchungsergebnisse. Dies gab Anlass zu einer standardisierten Befragung (bundesweite Querschnittsstudie) der Sentinel-Teilnehmer und darüber hinaus weiterer niedergelassener Fachärzte (Gynäkologen, Urologen, Dermatologen-Venerologen) zu den eingesetzten diagnostischen Verfahren bei Frage nach HIV-, Chlamydia trachomatis-, Gonokokken-, Trichomonaden-Infektionen und Syphilis. Von den 2287 angeschriebenen Teilnehmern antworteten 739 (32%). Die Ergebnisse belegen insbesondere bei der Chlamydien-Diagnostik die häufige Anwendung qualitativ nicht befriedigender Methoden und bei der Gonorrhoe einen oft nicht ausreichenden Untersuchungsumfang. HIV- und Lues-Diagnostik werden weitgehend standardisiert durchgeführt. Möglicherweise ergibt sich bezüglich der Güte der Methodik ein eher zu positives Bild, da wahrscheinlich nur die Teilnehmer geantwortet haben, die häufig STD diagnostizieren und zu den eher erfahreneren Untersuchern zählen. Chlamydia trachomatis (s. Tabelle) Empfohlen wird der Nachweis mittels Nukleinsäureamplifizierung (meist PCR), der für C. trachomatis die höchste Sensitivität (90-95%) und Spezifität (100%) zeigt. Diese Methode wird jedoch zu selten angewendet (33,3%). Der Einsatz von Gensonden ist zwar preisgünstiger, es wird aber nur eine Sensitivität von 60-80% bei 99,5%iger Spezifität erzielt. Als besonders problematisch wird die häufige Anwendung von Chlamydien-Schnelltesten in den Praxen angesehen (Gynäkologen 48,1%, Dermatologen 44%), die in einigen Studien eine noch schlechtere Sensitivität und Spezifität aufweisen. Somit bleiben viele Infektionen bei Verwendung dieser Teste unerkannt! Deshalb können sie laut RKI nicht empfohlen werden! Serologische Antikörper-Nachweise sind bei akuter Chlamydia trachomatis-Infektion nicht indiziert sondern nur bei Chronifizierung bzw. Folgeerkrankungen angezeigt (Tubarsterilität, Reaktive Arthritis).
Neisseria gonorrhoeae Diese ist im Zuge der zunehmenden Resistenzen bei N. gonorrhoe zu fordern, so dass bei Nachweis von Gonokokken immer ein Antibiogramm erstellt werden sollte! Im Falle eines Gonokokken-DNA-Nachweises ist deshalb möglichst ein weiterer Abstrich für die Erstellung eines Antibiogramms zu gewinnen. Das RKI schlussfolgert bzw. empfiehlt demzufolge:
aus: Epidemiologisches Bulletin, 29. September 2006/Nr. 39 , Seite 333-336
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