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Aktuelles aus dem St. Joseph-Krankenhaus, Berlin-Tempelhof
Die Senkung der weiblichen Genitale beeinflusst die Lebensqualität der Frau. Die Beschwerden reichen vom leichten Ziehen bei einer Scheidensenkung bis zur Behinderung bei Bewegung und Gehen bei einem Totalprolaps. In den letzten Jahren hat sich das Verständnis der Senkungsproblematik wesentlich erweitert. Die Anatomie des Beckenbodens und das Verständnis für die funktionellen Zusammenhänge haben deutliche Fortschritte gemacht, so dass heute individueller behandelt werden kann. Die richtige Behandlung eines Descensus oder einer Stuhl- bzw. Harninkontinenz erfordert heute die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Frauenärzten und Chirurgen (Proktologen), den Urologen und ggf. Neurologen/Internisten. Daher haben sich die Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe, die Chirurgische Klinik des St. Joseph- Krankenhauses mit der Urologischen Klinik des Franziskus-Krankenhauses zum „Berliner Kontinenz Zentrum“ zusammengeschlossen. Gemeinsam werden die diagnostischen Möglichkeiten sowie die therapeutischen Optionen besprochen und so die optimale Therapie für die Patientinnen gefunden. Die Auswahl des Operationsverfahrens richtet sich nach den Beschwerden der Patientin, nach dem anatomischen und funktionellen Defekt und nach dem Alter sowie der persönlichen Situation der Bedürfnisse der Patientin.
Wir haben vor einigen Jahren eine Operationsmethode eingeführt, bei der an der Gebärmutter ein Proleneband befestigt wird und über dieses die Gebärmutter wieder in die richtige Position gebracht wird. Diese sogenannte Sakropexie ist eigentlich eine alte Operationsmethode, bei der früher eine Laparotomie durchgeführt werden musste. Das Neue an der Methode ist, dass diese nunmehr minimalinvasiv per Laparoskopiam durchführt werden kann. Durch das Zurückverlagern der vorgefallenen Gebärmutter verlagert sich die Scheide auch wieder in den Beckenraum, so dass häufig keine zusätzlichen Operationen in der Scheide (Verletzungen, Narbenbildung) notwendig ist. Diese Methode lässt sich auch durchführen, wenn die blind endende Scheide vorgefallen ist. Auch bei der Harninkontinenz (ohne wesentlichen Descensus) haben sich neue Operationsmethoden etabliert. Hier ist seit einigen Jahren das Einlegen eines spannungsfreien Bändchens (TVT) bewährt. Auch diese Methode wurde weiter entwickelt, so dass nunmehr der Zugang noch sanfter ist. Im Rahmen einer kleinen Operation wird ein Band unter die Harnröhre verlagert, so dass diese wie auf einer Hängematte liegend, z.B. beim Husten oder Lachen, fixiert wird und somit der unfreiwillige Harnverlust behoben wird. Anmeldungen Dr. Michael Abou-Dakn,
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