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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2006


 

Steckbrief : Rotaviren

 

Rotaviren sind weltweit verbreitet. Mehr als 70% der schweren Durchfallerkrankungen werden bei Kindern bis zum Ende des dritten Lebensjahres durch diese Viren ausgelöst. Sie sind damit die häufigste Ursache von Darminfektionen in dieser Altersgruppe.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2006

Ernüchterung
Reakkreditierung im September 2006
Therapeutisches Drug Monitoring
Relevanz eines positiven Antikörpersuchtests
Parvovirus B19-Infektion in der Frühschwangerschaft
Sexuell übertragbare Erkrankungen
Empfehlungen der Ständigen Impfkommision
Borreliendiagnostik
Steckbrief : Rotaviren
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Behandlungsmöglichkeiten bei Senkungsbeschwerden
Der Steuertipp: Steueränderungsgesetz für 2007

Die Erkrankungshäufigkeit ist in den Wintermonaten am größten, weil die Übertragung des Virus in geschlossenen Räumen effizienter ist. In Entwicklungsländern haben Rotavirus-Erkrankungen eine besondere Bedeutung. Man schätzt, dass jährlich 50 Mio. Kinder erkranken und jährlich 600.000 bis 1 Mio. durch eine Rotavirus-Infektion sterben.

Im Erwachsenenalter treten die Erkrankungen vor allem als Reisediarrhoe bei Eltern erkrankter Kinder oder im Rahmen von Ausbrüchen in Altenheimen etc. in Erscheinung.

Der Infektionsweg erfolgt fäkal/oral durch Schmierinfektion, aber auch kontaminiertes Wasser und Lebensmittel übertragen die Viren. Im Respirationstrakt findet keine Virusvermehrung statt, dennoch können in der akuten Phase der Erkrankung aerogene Übertragungen durch Tröpfcheninfektion stattfinden, da bereits 10 Virus-Partikel ausreichen, um ein Kind zu infizieren. Bei akut Infizierten können bis zu 1 Mrd. Viren/g Stuhl ausgeschieden werden.

Die Ansteckungsfähigkeit besteht während des akuten Krankheitsstadiums. In der Regel erfolgt eine Virus-Ausscheidung nicht länger als 8 Tage. Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 3 Tage. Die Symptomatik der Infektion reicht von subklinischen Erscheinungen, über leichte Diarrhoen bis zu schweren Erkrankungen mit wässrigen Durchfällen und Erbrechen. Symptome bestehen in der Regel 2 bis 6 Tage. Eine Rotavirus- Enteritis kann klinisch nicht von anderen infektionsbedingten Gastroenteritiden unterschieden werden.

Als Prophylaxemaßnahme dient die Einhaltung allgemeiner Hygienestandards.
Seit Jahren ist die Entwicklung wirksamer und sicherer Impfstoffe von höchster Priorität. Aktuell wurden zwei neue Impfstoffe zugelassen. An großen Studienkollektiven gewonnene Ergebnisse zeigen eine beeindruckende Wirksamkeit hinsichtlich der Reduktion von Rotavirus-bedingten schweren Gastroenteritiden.
Das Impfschema besteht aus 2 bzw. 3 Schluckimpfungen. Eine Immunisierung muss bis zur Vollendung des 6. Lebensmonats abgeschlossen sein. Die Impfung ist kostenpflichtig.



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