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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2006


 

Ernüchterung

 

Mit viel Gewürge und Gezerre ist die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht worden. In der unerbittlichen Kompromissmühle sind einige gute Ideen und vernünftige Ansätze bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden. Die bittere Einsicht bleibt, dass in der bestehenden politischen Konstellation derzeit keine konsequenten Lösungsansätze zu erreichen sind, da sich die Sichtweisen der Lager in weiten Teilen diametral entgegenstehen.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2006

Ernüchterung
Reakkreditierung im September 2006
Therapeutisches Drug Monitoring
Relevanz eines positiven Antikörpersuchtests
Parvovirus B19-Infektion in der Frühschwangerschaft
Sexuell übertragbare Erkrankungen
Empfehlungen der Ständigen Impfkommision
Borreliendiagnostik
Steckbrief : Rotaviren
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Behandlungsmöglichkeiten bei Senkungsbeschwerden
Der Steuertipp: Steueränderungsgesetz für 2007

Gerechterweise muss man sagen, dass eine Behebung der strukturellen Schwächen in unserem Gesundheitswesen grundsätzlich ein schmerzhafter Prozess sein wird. Bleibt zu hoffen, dass in einem zweiten Schritt - vielleicht in drei Jahren - eine eindeutigere und effektivere Weichenstellung erfolgt.

Auf der KBV-Ebene ist die für den Laborbereich wichtige Laborreform nunmehr auch angeschoben worden. Ziel ist hier, ein Einsparvolumen von ca. 200 Mio. p. a. zu realisieren. Die durch die 99er-Refrom erzielte Ausgabenreduzierung ist - auf den gesamten Laborbereich bezogen - weitgehend aufgebraucht. Bei einer detaillierten Analyse zeigt sich als Hauptverursacher dieser Entwicklung die Selbstzuweisungspraxis im Speziallaborbereich. Zusätzlich, wenn auch bei weitem nicht mit dieser Auswirkung, boomt die eine oder andere diagnostische Spezialität, der erst nach Auffälligkeit gebremst werden kann.

Insofern sind einige Maßnahmen zu begrüßen, die im Zuge der Laborreform vorgesehen sind. Ein Kompetenzzentrum soll bundesweit für einen einheitlichen Standard bei der Aufnahme neuer Parameter und diagnostischer Strategien sorgen. Die geplante Direktabrechnung der Laborgemeinschaften mit der KV dürfte die Gemeinschaften im Endeffekt überflüssig machen. Die Voraussetzungen für die Abrechnung sollen eingeschränkt und präziser definiert werden und schließlich wird eine knappere Kalkulation eingefordert.

Arztbetreuung

Es bleibt zu hoffen, dass die positiven Effekte überwiegen und nicht durch bürokratische und institutionelle Monster aufgefressen werden.

Die einschneidenste Auswirkung jedoch, welche alle im Gesundheitsbereich Wirkenden erheblich treffen wird, ist die Änderung der Rahmenbedingungen für die PKV durch die Gesundheitsreform. Der Druck auf die Privatversicherer wird durch die Basistarife und den Kontraktionszwang deutlich zunehmen und somit spürbare Auswirkungen auf die Ausgabenseite haben. Zusätzlich wird sich im nächsten Jahr die Neufassung der GOÄ an dem EBM orientieren. Es ist bekannt, dass selbst in Praxen mit durchschnittlichem Privatanteil ein deutlich überproportionaler Ertragsanteil gerade aus diesem Bereich stammt. Durch diesen Hebel wird die Einschränkung der Privathonorare besonders schmerzhaft. Man könnte deprimiert sein, gäbe es nicht die Gewissheit, schon manche Reform überlebt zu haben.

Es gilt nach wie vor, die Dinge im eigenen Handlungsrahmen effektiv zu gestalten und in die richtige Richtung zu bewegen. Dabei heißt es auch, die Chancen auszuloten, die in der Reform versteckt sind.


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