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Lab 28 - Ausgabe Dezember 2006


 

Therapeutisches Drug Monitoring von anti-HIV-Medikamenten

 

Für die Therapie HIV-infizierter Patienten stehen seit etwa 10 Jahren wirksame Medikamente zur Verfügung. Die Anti-HIV-Therapie wird dabei zunehmend anspruchsvoller und komplexer. Nicht selten werden Cocktails von 3 bis 4 Medikamenten verabreicht.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2006

Ernüchterung
Reakkreditierung im September 2006
Therapeutisches Drug Monitoring
Relevanz eines positiven Antikörpersuchtests
Parvovirus B19-Infektion in der Frühschwangerschaft
Sexuell übertragbare Erkrankungen
Empfehlungen der Ständigen Impfkommision
Borreliendiagnostik
Steckbrief : Rotaviren
Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Behandlungsmöglichkeiten bei Senkungsbeschwerden
Der Steuertipp: Steueränderungsgesetz für 2007

Die antiretroviralen HIV-Medikamente werden in vier Klassen eingeteilt:

  • Nukleosidale Reverse Transkriptase Inhibitoren (NRTI),
  • Nicht-nukleosidale Reverse Transkriptase Inhibitoren(NNRTI),
  • Protease Inhibitoren (PI) und
  • Fusions-Inhibitoren (EI).

Besonders für die PI und NNRTI scheint ein therapeutisches Drug-Monitoring (TDM) sinnvoll zu sein. Bei diesen Medikamenten ist die Korrelation zwischen der Serum-Konzentration und pharmakologischen Effekten am besten. Vielfach besteht bei Patienten unter Langzeittherapie bei chronischen Erkrankungen eine verminderte Compliance. Bei HIV/AIDS-Patienten beträgt diese Rate 33 - 60%. Deshalb ist in diesen Fällen das TDM wichtig. Bei Vorliegen eines Therapieversagens sollte man daher vor einer Resistenzbestimmung in jedem Fall ein Drug-Monitoring durchführen. Darüber hinaus können Angaben zur Toxizität und Dosierung gemacht werden.
Bei einem medikamentös konstant gut eingestellten Patienten können die gewünschten Effekte sowohl aus der CD4-Zellzahl als auch anhand der Virus-Last abgelesen werden.

Die optimale Abnahmezeit für die Gewinnung des Untersuchungsmaterials ist die Zeit des Talspiegels, d. h. Abnahme direkt vor der nächsten Medikamentengabe. Für die meisten antiretroviralen Medikamente sollte die Materialgewinnung für das TDM frühestens zwei bis vier Tage nach Beginn der Medikamententherapie erfolgen.
Das TDM der Anti-HIV- Medikamente erfolgt im Labor mit chromatographischen Techniken:

Hochdruckflüssig-Chromatographie (HPLC) gekoppelt mit UV-Detektion oder Nachweis der Medikamente mittels Massenspektrometrie.

Beim TDM im Labor 28 werden folgende Medikamente nachgewiesen:

PI:
Amprenavir, Atazanavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir und dessen M8-Metaboliten, Ritonavir, Saquinavir und Tipranavir

NNRTI:
Nevirapin und Efavirenz


Literatur:
S.J.Soldin et al., Ther Drug Monit, Volume 26, Number 2, April 2004, 107-109



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