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Empfehlungen zur Prophylaxe perinatal erworbener Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Streptokokken der serologischen Gruppe B (S.agalactiae) sind eine häufige Ursache für schwere Infektionen des Neugeborenen. Eine Besiedelung des mütterlichen Genitaltraktes führt zur Besiedelung des Kindes mit dem Risiko einer Neugeborenen-Erkrankung. Man unterscheidet zwei verschiedene Formen. Die frühe Form der Infektion (Early Onset), die in den ersten Stunden bis Tagen nach der Geburt auftritt, äußert sich als schwere Allgemeininfektion mit Lungenentzündung. Der Krankheitsverlauf kann sehr dramatisch mit schwerer Schocksymptomatik sein, mit neurologischen Langzeitschäden muss gerechnet werden. Die Streptokokkeninfektionen, die ca. eine Woche nach der Geburt auftreten, werden als späte Neugeboreneninfektionen bezeichnet (Late Onset). Sie sind häufig von einer Meningitis begleitet und Vorsorgemaßnahmen nicht zugänglich. Als Risikofaktoren einer Erkrankung gelten folgende:
Zur Vermeidung dieser frühen B- Streptokokken-Erkrankung gelten für Deutschland zur Zeit folgende Empfehlungen:
Beim Nachweis von B-Streptokokken wird der Schwangeren eine Chemoprophylaxe vom Wehenbeginn bzw. Blasensprung bis zur Entbindung vorgeschlagen. Mittel der Wahl ist das Penicillin G. Zu Beginn werden 5 Mio. E i.v. verabfolgt, anschließend alle 4 Stunden 2,5 Mio. E. Ampicillin ist eine wirksame Alternative, sollte aber wegen des breiteren Wirkungsspektrums nicht verwendet werden. Bei nicht zu ausgeprägter Penicillin-Allergie kann Cefazolin zur Anwendung kommen (zu Beginn 2 g, dann alle 8 Stunden bis zur Geburt 1 g ). Liegt bei einer Entbindung das Ergebnis der Streptokokkenkultur nicht vor, sollte bei folgenden Risikofaktoren eine Prophylaxe während der Geburt durchgeführt werden:
Bei negativem Kulturergebnis innerhalb von 5 Wochen vor der Geburt kann auf eine Chemoprophylaxe verzichtet werden. Kinder mit Zeichen einer bakteriellen Infektion müssen unabhängig von der Risikokonstellation und der Antibiotikaprophylaxe während der Geburt unverzüglich zur weiteren Diagnostik und Therapie in eine Kinderklinik verlegt werden.
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