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Zur Unterscheidung von hypo- und hyperregeneratorischen Anämien ist die Kenntnis der Regenerationsfähigkeit des Knochenmarkes erforderlich. In der Regel wird hierzu die Retikulozytenzahl im Blut bestimmt, die bei normaler Erythropoese direkt mit der Regeneration der roten Blutbildung korreliert. Die Entwicklung eines Retikulozyten zum reifen Erythrozyten (Retikulozyten-Reifungszeit) dauert 4 Tage, davon normalerweise 3 Tage im Knochenmark und 1 Tag im peripheren Blut. Bei vermehrter Erythropoetinbildung kommt es zur verstärkten Erythropoese, zu einem schnelleren Auswandern der Retikulozyten aus dem Knochenmark und damit zu einer längeren Verweildauer im Blut (Shift der Retikulozyten-Reifung). Man kann sich dies analog einer Linksverschiebung bei überschießender Bildung von Granulozyten-Vorstufen im Rahmen eines Infektes vorstellen. Um eine Aussageüber die Regenerationsfähigkeit des Knochenmarks zu erhalten, muss die ermittelte Retikulozytenzahl deshalb je nach Dauer der Reifungszeit im Blut ggf. nach unten korrigiert werden (Shift-Korrektur). Diese Korrektur wird in Abhängigkeit vom Hämatokrit mit Hilfe des RPI vorgenommen:
Bei Patienten ohne Anämie liegt der RPI-Wert normalerweise bei 1. RPI >3 : Anämie mit adäquater Erythropoese
Somit ergibt sich bei gleichem Retikulozytenanteil von 7% im ersten Fall eine adäquate und im zweiten Fall eine inadäquate Regenerationsfähigkeit (hyporegenaratorische Anämie) des Knochenmarks.
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