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Lab28 - Ausgabe Dezember 2005


 

Proinsulin - ein Marker für eine Insulinresistenz und ein makrovaskulärer Risikofaktor

 

In den vergangenen Jahren ist die pathophysiologische Rolle der Insulinresistenz in der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes mellitus und eines metabolischen Syndroms erkannt worden. Es besteht ein enger Zusammenhang für die Insulinresistenz mit dem Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen makrovaskulären Erkrankungen.
Zunehmend wird auch klar, dass eine Insulinresistenz ein wichtiger pathogenetischer Faktor für die Entwicklung eines Polycystischen Ovar-Syndrom (PCOS) ist.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2005

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Das PCOS ist eine der häufigsten Endokrinopathien der Frau im reproduktiven Alter mit vorwiegend dermatologischen und gynäkologischen Symptomen (Androgenisierung, Zyklusstörung, Infertilität) während die internistischen Folgen der metabolischen Veränderungen häufig sehr viel später manifest werden.
Eine Insulinresistenz ist durch eine unzureichende Reaktion von Muskel- Fett -und Leberzellen auf Insulin charakterisiert. Um den steigenden Insulinbedarf zu kompensieren, erfolgt ein Anstieg der Insulinausschüttung durch Abspaltung aus dem intakten Proinsulin. Bei steigendem Insulinbedarf wird die Spaltungskapazität überschritten und der Anteil des Proinsulins im Serum nimmt zu. Erhöhte Proinsulinwerte zeigen somit das Vorliegen einer Insulinresistenz mit hoher Spezifität an.

In ersten Studien konnte bereits gezeigt werden, dass es unter Metformin,- Glitazon- oder Insulintherapie zu einer Schonung der ß-Zellen und zu einer Abnahme des Proinsulinspiegels kommt. Verstärkt durch die Veröffentlichung der PROactive Studie (16% relative Risikoreduktion für Myokardinfarkt, Apoplex und Tod durch Glitazontherapie) gewinnt der Marker Proinsulin zunehmend an Bedeutung. Die Reduktion des Proinsulins durch Glitazone führt zur Abnahme der Intima-Media-Dicke.

Neben dem bisher verwendeten Insulinsensitivitäts-Index HOMA-IR unter Verwendung von Nüchtern-Glucose und Nüchtern-Insulin kann im Labor 28 das Proinsulin bestimmt werden (Vorteil: bessere Stabilität gegenüber Insulin).

Indikation:

  • Identifizierung einer Insulinresistenz (Typ-II-Diabetes, PCOS, Gestationsdiabetes)
  • Differenzierte Therapiefindung
  • Therapieverlaufskontrolle
  • Identifikation von Hochrisikopatienten eine KHK

Material: Serum

Literatur:
Dtsch Med Wochenschr 2005;130:903-904, Diabetes Care 2004,27:682-687;
Clin Chem Lab Med 2003; 41:1234-1238

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