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Aktuelle Resistenzsituation von Helicobacter pylori
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Helicobacter pylori ist seit 1984 als Besiedler der Magenschleimhaut bekannt. Bald wurde seine Rolle bei der Entstehung der chronischen Gastritis und ihrer Folgeerkrankungen (peptisches Ulcus, MALT-Lymphom und Magen-Carcinom) entdeckt. Heilcobacter zirkuliert im Gegensatz zu anderen Keimen wie z.B. Campylobacter nicht zwischen Umwelt, Wirtstier und Mensch. In der Regel wird ein Mensch bereits in seiner Kindheit mit Helicobacter pylori besiedelt.
Heute stehen bei entsprechender Indikation suffiziente Therapieschemata zur Erstbehandlung zur Verfügung. Sie bestehen i.d.R. aus einer Kombination eines Protonenpumpen-Inhibitors und zwei verschiedener Antibiotika, womit Eradikationsraten von 72-96% erreicht werden; hierbei kommen meist Clarithromycin und Amoxycillin oder Metronidazol zum Einsatz (französische bzw. italienische Variante der Tripel-Therapie).
Zur Optimierung der Therapie sollte die regionale Resistenzsituation bekannt sein. Das Robert Koch-Institut hat kürzlich hierzu die aktuellen Daten der ResiNet-Studie des Nationalen Referenzzentrums für Helicobacter pylori veröffentlicht (1).
Hierbei zeigt sich eine drastische Zunahme der Resistenzen nach nicht erfolgreicher Vorbehandlung, insbesondere gegenüber Metronidazol (MZ), Clarithromycin (CLA) und Ciprofloxacin. Sehr häufig sind auch Doppelresistenzen gegen Metronidazol und Clarithromycin! Resistenzen gegen Ampicillin wurden in Deutschland bisher nicht gefunden.
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Nicht vorbehandelt
N=364 |
1 x vorbehandelt
N=32 |
mehrmals vorbehandelt
N=38 |
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MZ
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26,8 %
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53,1 %
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84,2 %
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CLA
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5,5 %
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50,0 %
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81,6 %
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MZ + CLA
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2,5 %
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34,4 %
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73,7 %
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CIP
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14,5 %
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21,9 %
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18,4 %
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Die Resistenzentwicklung ist ein rein individueller Prozess und nur abhängig von der Antibiotikatherapie des Patienten.
Aus den o.g. Daten ist ersichtlich, dass bereits ein- oder mehrmals vorbehandelte Patienten deutlich häufiger resistente, insbesondere auch gegen Clarithromycin und Metronidazol doppelt-resistente Helicobacter-Stämme beherbergen. Das NRZ empfiehlt deshalb bei diesen Patienten eine Magenbiopsie zu gewinnen, um eine kulturelle Anzucht mit Resistenzbestimmung durchzuführen. Gelingt diese nicht, so besteht alternativ die Möglichkeit, den Erreger und eine eventuelle Clarithromycin-Resistenz mittels molekularbiologischer Methoden (PCR) nachzuweisen.
Beide Methoden stehen im Labor 28 zur Verfügung.
Detaillierte Informationen zu beiden Methoden sind der Labor-Information zu entnehmen.
Eine Ersttherapie kann weiterhin empirisch nach den Empfehlungen des Maastricht-Konsensus 2000 durchgeführt werden
Literatur:
1. Epidemiologisches Bulletin 24 / 2005
2. Kist et al: Pathogenese, Diagnostik und Therpaie der Helicobacter-pylori-Infektion, Bundesgesundheitsblatt 2005 48: 669 - 678
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