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Die Kalium-Bestimmung wird als Screening für den primären Hyperaldosteronismus nicht mehr empfohlen 10 bis 12 % der Patienten mit Hypertonus sind betroffen10 bis 12 % der Patienten mit Hypertonus haben einen primären Hyperaldosteronismus (PHA). Es ist bekannt, dass bei 30 % der Patienten mit PHAPHA eine Hypokaliämie fehlen kann. Neuere Studien zeigen sogar eine noch höhere Prävalenz des normokaliämischen PHA an: Bis zu 90 % der Patienten mit PHA haben unauffällige Kaliumwerte, wenn das Kalium unter Routine-Laborbedingungen abgenommen worden ist. Eine der wichtigsten Ursachen ist bei der Blutabnahme zu sehen. Durch die Muskelkompression und die Stauung des venösen Blutes gelangt intrazelluläres Kalium in die Blutbahn und Kalium wird falsch normal gemessen. Außerdem haben einige Patienten mit PHA auch unter optimalen Blutabnahmebedingungen keine Hypokaliämie. Aus diesen Gründen wird die Kalium-Bestimmung als Screening heute abgelehnt. Stattdessen wird der Aldosteron-Renin-Quotient empfohlen, wie wir bereits in unserer Laborinformation Nr. 88 berichteten. Die typische Laborkonstellation des PHA besteht in einem erhöhten Aldosteronwert bei einem supprimierten Reninwert. Ist der Wert der Aldosteron-Konzentration (pg/ml) dividiert durch die Reninkonzentration (pg/ml) über 50, ist der Quotient auffällig. Neben den Patienten mit PHA kann der Quotient bei Hypertonikern mit niedriger Reninkonzentration (low Renin Hypertention) gelegentlich über 50 ausfallen. Deshalb sprechen wir den Verdacht auf primären Hyperaldosteronismus erst dann aus, wenn der basale Aldosteronwert 150 pg/ml überschritten hat (weiteres hierzu siehe Laborinformation Nr. 88). Kürzlich wurde vorgeschlagen, das Screening auf PHA mit den Urinbestimmungen von Tetrahydroaldosteron, freiem Aldosteron und Aldosteron-18-Glukuronid durchzuführen, was die Sensitivität geringfügig verbessern soll. Hier sind aber drei Untersuchungen notwendig (Kosten!) und die Notwendigkeit des Sammelns eines 24 h-Urins schafft zusätzliche Probleme. Außerdem ist noch nicht belegt, inwieweit antihypertensive Medikamente diese Urinbestimmungen beeinflussen. Der bei uns durchgeführte Aldosteron-Renin-Quotient hat sich bewährt und entspricht nationalen Empfehlungen (Deutsches Ärzteblatt 2003; 100:A 184-190). Außerdem ist die Beurteilung unter Beibehaltung der antihypertensiven Medikation möglich (Ausnahme Spironolacton). Aufgrund der hohen Prävalenz wird bei Gabe von mehr als zwei antihypertensiven Medikamenten sowie bei jungen Hypertonikern (<40 Jahre) der Ausschluss eines primären Hyperaldosteronismus empfohlen.
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