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Lab28 - Ausgabe Dezember 2004


 

Blick nach vorn

 

In den letzten beiden Ausgaben wurde an dieser Stelle über die Sinnhaftigkeit und Durchführung der innerbetrieblichen Optimierung des Labors berichtet. Dies ist nunmehr weitgehend erfolgreich abgeschlossen und wird noch in einigen peripheren Bereichen zu Ende geführt. So bleibt wieder Zeit, aus heutiger Sicht einige Tendenzen und Entwicklungen für das Labor der nächsten Jahre samt Rahmenbedingungen aufzuspüren.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2004

Blick nach vorn
Klinische Chemie
1. Gesundheitsmesse Berlin-Brandenburg
Norovirus-Gastroenteritiden
Händedesinfektion
Untersuchung von Trinkwasser
Morbus Wilson
Gering erhöhter TSH-Wert
Hepcidin
Chlamydia trachomatis Serologie
Kalium Bestimmung als Screening
CD63 - Aktivitätsmarker für Allergien
Der Steuertipp: Renten und Altersvorsorge

Da der Anfangserfolg des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Hinblick auf die Ausgabenreduktion sich schon wieder zu relativieren scheint, dürfte der Druck auf die Kostenträger weiter wachsen, nur noch das Notwendige innerhalb der Solidargemeinschaft zu leisten. Egal ob letztlich Bürgerversicherung oder Gesundheitsprämie das Rennen macht, die Tragfähigkeit der Finanzierungssysteme wird in Folge der demografischen Situation noch schneller an ihre Grenzen stoßen. Für die Leistungserbringer wird die in diesem Zusammenhang bevorstehende Umstrukturierung der Privatversicherung erhebliche Folgen haben, da häufig der wesentliche Deckungsbeitrag aus diesem Bereich stammt. Es macht Sinn, auf diese strukturelle Änderung der Nachfragesituation näher einzugehen.

Dabei ist allerdings auch eine Tendenz zu beobachten, dass sich bei einer immer abgespeckteren Version der Kassenmedizin der Wunsch nach Prävention und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein ausprägen wird. Es wird einen höheren Anteil der Bevölkerung geben, der bereit ist, selber etwas hierfür zu tun. Die Grenzen zwischen ärztlicher Krankenbehandlung, Lifescience und Wellness werden nicht mehr so stark ausgeprägt sein. Dies wird sich auch in den Einrichtungen widerspiegeln, die in letzter Zeit entstanden sind und entstehen werden. Gemeint sind hier z. B. Gesundheitszentren, die sich über die Krankenbehandlung hinaus in vielfältiger Weise um die Gesundheitsbedürfnisse bzw. -erwartungen des einzelnen kümmern. Auch hier wird der wachsende Anteil älterer Menschen, die möglichst lange ihre Gesundheit erhalten möchten, Angebote und Konzepte befördern.

In diesem Rahmen kann und wird die Labormedizin einiges leisten, da sie letztlich eine preiswerte Diagnoseunterstützung und -absicherung darstellt. Die nicht unerhebliche Dynamik der Labormedizin muss zielgerichtet genutzt werden. Schnelligkeit, Kompetenz und qualitativer Standard müssen die Labormedizin als Abrechnungsvehikel alter Tage ablösen. Die möglichen Szenarien bei der Entwicklung der Genchips oder Konsequenzen einer weiterentwickelten Pharmakogenetik können hier nur erwähnt aber nicht in Kürze bewertet werden.

Eine weitere spannende Thematik könnte sich aus den Möglichkeiten der Datenvernetzungen und
-verdichtungen ergeben. Facetten wie Leitlinien, evidence based medicine, DMP und die Einführung der Gesundheitskarte werden diesen Prozess der Datennutzung dynamisieren. Die häufig wenig substantiierten Bedenken in Richtung gläserner Patient werden unter Abwägung des Vorteils verifizierter Handlungsstrategien überdacht werden müssen. Eine Orientierung an einzelnen Benchmarks innerhalb einer vergleichbaren Gruppe von Leistungserbringern könnte einen deutlichen medizinischen Mehrwert generieren. Das Labor wäre gut geeignet, in diesem Prozess der Quantifizierung und Bewertung eine koordinierende Rolle zu spielen.

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