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Lab28 - Ausgabe Dezember 2004


 

Erweiterte Chlamydia trachomatis Serologie durch
IgG-Antikörper gegen Chlamydiale Heat Shock Proteine (cHSP)

 

Heat Shock Proteine (HSP) sind intrazelluäre Proteine. Sie werden unter physiologischen Bedingungen von jeder Zelle permanent gebildet und sorgen für einen geregelten Ablauf von Ana-, Meta- und Katabolismus.
Bei Infektionen kommt es zu einer gesteigerten Produktion der HSP sowohl beim Erreger als auch beim infizierten Organismus. So wird bei Chlamydien-Infektionen vor allem cHSP-60, das vorherrschende mikrobielle Protein gebildet.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2004

Blick nach vorn
Klinische Chemie
1. Gesundheitsmesse Berlin-Brandenburg
Norovirus-Gastroenteritiden
Händedesinfektion
Untersuchung von Trinkwasser
Morbus Wilson
Gering erhöhter TSH-Wert
Hepcidin
Chlamydia trachomatis Serologie
Kalium Bestimmung als Screening
CD63 - Aktivitätsmarker für Allergien
Der Steuertipp: Renten und Altersvorsorge

Insbesondere chronische Infektionen, wie nicht erkannte oder unzureichend behandelte Chlamydien-Infektionen mit Persistenz der Erreger, führen nicht nur zu einer gesteigerten Expression des cHSP-60, sondern auch zur vermehrten Bildung von humaner HSP (hHSP).
Da cHSP und hHSP eine Aminosäurenhomologie von ca. 50 % aufweisen, richten sich die im Rahmen der Immunabwehr gebildeten humanen Antikörper gegen cHSP auch gegen die hHSP. Es folgt eine Autoimmunreaktion, die zu einer chronischen Entzündung mit gewebezerstörender Wirkung führt.

Die überwiegend asymptomatisch verlaufenden Chlamydia trachomatis Infektionen sind die häufigste Ursache schwerwiegender Entzündungen der weiblichen Adnexe. Nicht selten führen wiederholte Infektionen zur tubären Sterilität oder auch zu einem gestörten Schwangerschaftsverlauf (Abort, vorzeitige Wehentätigkeit).
Diese Spätfolgen von Chlamydieninfektionen werden mit cHSP-60 induzierten Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht.

Nach ersten Studien von Clad/Petersen/Böttcher der Universität Freiburg sind erhöhte Antikörper gegen cHSP-60 bei Frauen mit genitalen Chlamydieninfektionen ein Hinweis auf eine aufsteigende Infektion und es besteht eine hohe Assoziation zum Tubenverschluss.
Beim Mann rufen aszendierte C. trachomatis Infektionen Entzündungen der Prostata und des Nebenhoden hervor. Der Einfluss der Entzündungsreaktion auf die Fertilität wird auch hier nicht ausgeschlossen. Die Assoziation mit erhöhten AK gegen cHSP-60 wird diskutiert.
Möglichweise haben die Antikörper gegen cHSP-60 auch für die Entstehung der reaktiven Arthritis nach einer Chlamydieninfektion eine pathogenetische Bedeutung. cHSP-60 wurde in synovialen T-Zellen identifiziert, jedoch liegen noch keine eindeutigen Ergebnisse vor.

Die Bestimmung der Antikörper gegen cHSP-60 ist mit einem rekombinanten Enzymimmunoassay möglich.

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