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Lab28 - Ausgabe Dezember 2004


 

CD 63 - Ein Aktivitätsmarker für Allergien und Pseudoallergien

 

Basophile Leukozyten können bei verschiedenen IgE-vermittelten allergischen Reaktionen, jedoch auch bei pseudoallergischen Reaktionen, die durch Komplement-Aktivierung, Haut-sensitivierende IgG-Antikörper, Autoantikörper gegen IgE bzw. nicht-immunologische Mechanismen hervorgerufen werden, beteiligt sein.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2004

Blick nach vorn
Klinische Chemie
1. Gesundheitsmesse Berlin-Brandenburg
Norovirus-Gastroenteritiden
Händedesinfektion
Untersuchung von Trinkwasser
Morbus Wilson
Gering erhöhter TSH-Wert
Hepcidin
Chlamydia trachomatis Serologie
Kalium Bestimmung als Screening
CD63 - Aktivitätsmarker für Allergien
Der Steuertipp: Renten und Altersvorsorge

Neben der Freisetzung von Mediatoren, die in aufwendigeren Testverfahren nachgewiesen werden können (Celluläre Antigen-Stimulations-Tests), bietet die Expression des Aktivierungsmarkers CD63 an der Zelloberfläche der basophilen Leukozyten ebenfalls die Möglichkeit, deren Aktivierungsgrad festzustellen.
Die Messung von CD63 erfolgt durchflußzytometrisch („Flow-CAST“), nachdem patienteneigene basophile Leukozyten im Testansatz mit einem Allergen inkubiert wurden.

Die Vorteile der Bestimmung von CD 63 gegenüber der Bestimmung von allergiespezifischen IgE-Antikörpern liegen in der Erfassung der individuellen Reaktionslage bei Allergikern, d.h. das Ausmaß der allergischen Reaktion bei Konfrontation mit dem Allergen wird in vitro nachgeahmt. Dieses muss nicht unbedingt mit der RAST-Klasse eines allergenspezifischen IgE korrelieren.

Im Gegensatz zu spezifischem IgE im Serum fällt der CD63-Test nur in sehr seltenen Fällen (Non-Responder: <5% der Sensibilisierungen) falsch negativ aus.
Mögliche Ursachen dafür sind kurz vorher erfolgte Allergenexposition und systemische antiallergische
Medikation. Außerdem ist nicht immer die individuell optimale Konzentration im Testansatz für das einzelne Allergen ermittelbar.

Indikationen

  • Erfassung von Allergien gegen bestimmte Allergene, deren Diagnostik über die Bestimmung des allergenspezifischen IgE bisher nur teilweise oder weniger empfindlich gelingt (z.B. bestimmte Insektengift-, Medikamenten-, Nahrungsmittelallergien oder die Latexallergie)
  • Klärung von Diskrepanzen zwischen klinischer Symptomatik und gefundener IgE-RAST- Klasse (individuelle Reaktionslage!) in Fällen, bei denen die Durchführung von Provokationstesten (Hauttest) nicht praktikabel ist
  • Erfassung nicht IgE-abhängiger allergischer Reaktionen und pseudoallergischer Reaktionen (z.B. bei nicht-steroidalen anti-inflammatorischen Medikamenten).

Vorteile gegenüber anderen in vitro-Testen, wie z.B. dem Cellulären Antigen-Stimulations-Test (CAST), der die allergenstimulierte Sulfidoleukotrienfreisetzung misst, sind schneller verfügbare Testergebnisse mit besserer Reproduzierbarkeit der Ergebnisse aufgrund einer Einsparung zusätzlicher Analysenschritte.
Hinsichtlich Sensitivität und Spezifität hat sich der „Flow-CAST“ für verschiedene Allergene den cellulären Antigen-Stimulations-Testen als ebenbürtig oder teilweise sogar überlegen gezeigt.(1)

Literatur:

  1. ACI International, 14/5 (2002) : Flow Cytometric Cellular Allergen Stimulation Test (Fast/ Flow-CAST)

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