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Lab28 - Ausgabe Dezember 2003


 

Sportmedizin und Prävention

 

Vom 25. bis 27. September 2003 fand der 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention der Landesverbände von Brandenburg und Berlin in Potsdam statt. Der Kongress stand unter dem Motto Sportmedizin und Prävention.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2003

Anfang vom Anfang
Aktiver Partner im Wandel
Messung der freien Leichtketten
Sportmedizin und Prävention
Paraneoplastische Syndrome des ZNS
Antigen-Schnellteste: Influenza u. RSV
Aktiviertes Protein C
CDT Methodenumstellung
Cushing-Syndrom
Chronische Leberschädigung
Molekularbiologisches Labor: Thromboserisiko
Infektionen bei Blutspendern
Datenfernübertragung
Der Steuertipp

Adäquater Sport gilt im weitesten Sinne für die Vorbeugung, die Behandlung von Krankheiten sowie die Wiederherstellung nach Auftreten von Schäden.
In der Therapie wird körperliche Aktivität immer häufiger eingesetzt. Bei Krankheiten wie Bluthochdruck, metabolisches Syndrom oder Osteoporose ist Training ein spezifisches Heilmittel.
Bei anaeroben körperlichen Leistungen treten jedoch auch negative Erscheinungen zu Tage (z. B. Zellschädigungen), wie in den folgenden Beiträgen dargestellt ist.

Über 50% der Beiträge behandelten Fragen von Prävention, Therapie und Rehabilitation.
Unser Labor war mit vier Beiträgen und einer Moderation aktiv an diesem Kongress beteiligt.
Außerdem bot unser Labor auf der Marathonmesse für Interessierte Blutanalysen an; ca. 100 Probanden nahmen dieses Angebot an.

  1. M. Enigk, J. Vogelgesang, L. Röcker
    Zellschädigung und Marathonlauf

    Jeweils 16 männliche Marathonläufer wurden vor und nach einem Marathonlauf auf Indikatoren von Zellschädigungen untersucht. Als Indikatoren dienten Haptoglobin für das erythrozytäre System, Tissue Polypeptid Antigen (TPA) für das Zytoskelett vieler Zellarten (z. B. Epithel), Myosin (MCH-Fragmente) für das Muskelsystem und die Transaminasen und Gamma-GT für Leberzellschädigungen.

  2. L. Brechtel, R. Wolff, S. Brachmam, J. Lock, W. Heepe, E. Hoff, L. Röcker
    Neue Indikatoren des Eisenstoffwechsels bei Marathonläuferinnen
    Bei 18 Läuferinnen wurden vor dem Berlin-Marathon 2002 und bis zu 8 Tagen danach die traditionellen Marker des Eisenstatus sowie neuere Indikatoren (löslicher Tranferrinrezeptor – TfR, Retikolozyten-Parameter) untersucht.
    Das akute Phase-Protein Ferritin war für 3 Tage post Marathon erhöht. Dagegen zeigten sich die neueren Marker (TfR und Retikolozyten-Parameter) relativ stabil. Daher sollten die neuen Indikatoren bei der Beurteilung des Eisenstatus in den Ausdauersportarten bevorzugt werden.

  3. K. Holland, C. Gunga, J. Vogelgesang, L. Röcker
    Auswirkungen eines Marathonlaufes auf das Hämostasesystem bei weiblichen Athleten

    16 gesunde, trainierte Freizeitläuferinnen wurden vor, direkt und 24 h nach dem Berlin-Marathon 1999 hinsichtlich des Hämostasesystems untersucht. Der Marathonlauf zeigte deutliche, z. T. langdauernde Veränderungen.

  4. S. Altenkirch, H.-U. Altenkirch, L. Röcker, S. Ziemer, K. L. Schulte
    Auswirkungen einer ergometrischen Leistung auf INR-Werte und andere hämostaseologische Paramter bei cumaresierten Patienten


    Problem:
    Die Beeinflussung des Hämostasesystems durch körperliche Aktivität wurde in den letzten 10-15 Jahren ausgiebig untersucht. Über die Auswirkung von körperlicher Leistung auf die INR im therapeutischen Bereich bei cumarisierten Patienten gibt es unseres Wissens keine Untersuchungen.

    Methodik:
    Die Untersuchungen wurden mit 15 Patienten, die wegen Herzklappenersatz marcumarisiert sind, durchgeführt. Am Ende von A, B, C und D erfolgte eine Blutentnahme. Als Kontrolle dienten die gleichen Patienten ohne ergometrische Belastung.
    A: 15 Minuten ohne Belastung
    B: 15 Minuten Belastung st. st. bei einer Herzfrequenz von ca. 110 /min
    C: stufenweise Belastung bis zur subjektiven Erschöpfung
    D: Ruhephase
    Messgrössen: automatisiertes Blutbild, Lactat, Thromboplastinzeit (INR), aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), Prothrombinfragment F1 und F2, Thrombin-Antithrombinkomplex (TAT)

    Ergebnisse:

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    Zusammenfassung:
    Diese Studie zeigt, dass die INR sich bei körperlicher Leistung zwar vermindert, aber diese Veränderung ist klinisch nicht relevant. Dagegen zeigen die Erhöhung der Prothrombinfragmente F 1+2, dass auch bei cumarisierten Patienten bei maximaler Leistung eine erhöhte Gerinnungsbereit-schaft nachweisbar ist.


Literatur:
Altenkirch, S , Altenkirch H.-U., Roecker L.(1), Ziemer S.(2), Schulte K.-L.(3)
(1) Labor 28, Gemeinschaftspraxis für Labormedizin, (2) Charite Berlin, (3) Krankenhaus Herzberge



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