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Lab28 - Ausgabe Dezember 2003


 

Messung der freien Leichtketten (Kappa, Lambda)

 

Verbesserte Diagnostik und Therapiekontrolle mit der Messung der freien Leichtketten (Kappa, Lambda) im Serum für Patienten mit Multiplem-Myelom (Plasmozytom)

Seit kurzem ist die quantitative Bestimmung der freien Leichtketten (Free-Light-Chains, FLC) im Serum mit einem Assay möglich, der deutlich sensitiver als die bisherige Methodik ist.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2003

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Messung der freien Leichtketten
Sportmedizin und Prävention
Paraneoplastische Syndrome des ZNS
Antigen-Schnellteste: Influenza u. RSV
Aktiviertes Protein C
CDT Methodenumstellung
Cushing-Syndrom
Chronische Leberschädigung
Molekularbiologisches Labor: Thromboserisiko
Infektionen bei Blutspendern
Datenfernübertragung
Der Steuertipp

Klinischer Hintergrund: ca. 20 % der MM-Patienten produzieren keine intakten Immunglobuline (z. B. IgG-kappa) sondern ausschließlich monoklonale freie Leichtketten (FLC), die anfangs im Tubulus der Niere katabolisiert werden und keine Serumabnormitäten zeigen. Erst wenn die Nierenschwelle überschritten ist, erfolgt die Ausscheidung im Urin. Der Nachweis mit der Immunfixations-Elektrophorese im Harn (Bence-Jones-Proteinurie) erfolgt erst zu einem späten Zeitpunkt der Erkrankung. 2 bis 10 % der Plasmozytom-Patienten sind sogenannte Asekretoren, da sich weder im Serum noch im Urin eine monoklonale Gammopathie elektrophoretisch nachweisen lässt. Unter Berücksichtigung der neuesten Studienergebnisse bieten sich folgende Indikationen für den neuen Test an (1):

  • Bence Jones Myelome: Frühzeitigere Diagnostik. Zeitnahe und von Nierenfunktion unabhängige Verlaufskontrolle.
  • Asekretorische Myelome: In zwei Dritteln der Fälle sind FLC im Serum nachweisbar.
  • Primäre systemische Amyloidose: 88-98 % der Patienten zeigen auffällige Werte für Serum-FLC, während mit der Immunfixation im Serum oder Urin nur 76-79 % auffällig sind.
  • Benigne monoklonale Gammopathie: 20 % der Patienten entwickeln später ein Bence-Jones-Myelom, dass durch die FLC-Serumbestimmung frühzeitiger erkannt werden könnte.
  • Plasmozytom-Patienten mit intaktem Immunglobulin: Bei über 90 % der Patienten lassen sich zusätzlich freie Leichtketten oder auffällige K/L-Quotienten mit dem Test im Serum nachweisen. FLC haben eine Halbwertzeit von 2-4 Tagen gegenüber intakten Immunglobulinen (21 Tage). Ein Ansprechen durch Chemotherapie wird deshalb frühzeitiger erkannt.
  • Patienten mit kompletter Remission nach autologer Stammzelltransplantation: Einsatz von FLC kann Anzahl der KM-Punktionen einsparen.

Kritische Anmerkungen

Bisher haben aber nur wenige Arbeitsgruppen Studienergebnisse vorgelegt. Es gibt weder prospektive Studien noch ist der Anteil auffälliger Ergebnisse bei Patienten mit anderen Grunderkrankungen hinreichend bekannt.

Zudem zeigt der Test analytische Probleme: Der Variationskoeffizient (VK) beträgt 6-11 % für kappa- oder lambda-FLC sowie 16 % für den K/L-Quotienten (zum Vergleich: der VK unserer CEA-Bestimmung beträgt 3,7 %). Obwohl der Assay nur von einem Hersteller angeboten wird, ist mit unterschiedlichen Ergebnissen zu rechnen, je nachdem mit welchem Analysenautomaten gemessen wurde (1).

FLC-Serumwerte sind nicht ohne Immunfixation im Serum bzw. Harn beurteilbar: bei hohen FLC-Werten besteht die Frage nach Monoklonalität; bei niedrigen Werten lässt sich ggf. dennoch eine monoklonale Gammopathie nachweisen.

Material:
1 ml Serum (Urinbestimmung prinzipiell möglich, aber Indikation fraglich)

Literatur:
1) Tate J R, Practical Consideration for the Measurement of Free Light Chains in Serum.
Minireview Clin Chem 2003; 49, 1252-1257



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