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Lab28 - Ausgabe Dezember 2002

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Plasma-Homocystein als Risikofaktor für Demenz und Alzheimer

 

Querschnittsstudien haben auf einen Zusammenhang zwischen erhöhten Homocystein-Plasmaspiegeln und schlechten kognitiven Leistungen bzw.Demenz hingewiesen.

Lab28 - Ausgabe Dezember 2002

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Um feststellen zu können, ob der Anstieg der Homocysteinspiegel dem Demenzbeginn vorausgeht oder das Resultat einer demenzbedingten Mangelernährung bzw. eines Vitaminmangels ist, müssen Studien an Patienten mit frisch diagnostizierter Demenz durchgeführt werden.

Die Stichprobe für die vorliegende Untersuchung bildeten insgesamt 1092 demenzfreie Probanden ( 667 Frauen und 425 Männer, Durchschnittsalter 76 Jahre ) aus der Framingham-Studie. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen den vor Beginn der Studie gemessenen Gesamthomocystein-Plasmaspiegeln und den acht Jahren zuvor gemessenen Werten und dem Risiko für eine neu diagnostizierte Demenz während der Verlaufskontrolle. Berichtigt um Alter, Geschlecht, dem Apolipoprotein-E-Genotyp, vaskulären Risikofaktoren ausser Homocystein und den Folsäure-, Vitamin B6- und B12-Plasmaspiegeln ergaben sich folgende Ergebnisse und Schlussfolgerungen:

Im Verlauf der Studie entwickelte sich bei 111 Patienten eine Demenz; davon wurde 83 mal die Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert. Es konnte gezeigt werden, dass bei älteren Personen ein erhöhter Homocystein-Spiegel mit einem signifikant erhöhten Risiko für die Ausbildung von Alzheimer oder andere Formen von Demenz assoziiert ist. Es wurde über den 8-Jahres-Zeitraum beobachtet, dass ein Anwachsen des Homocysteinspiegels um 5µmol das Risiko für Alzheimer um 40 % erhöht. Bei einem Homocystein-Plasmaspiegel von über 14 µmol/l erhöhte sich das Risiko sogar um fast das Doppelte.

Damit konnte nachgewiesen werden, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel im Alter ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung von Demenz und Alzheimer-Erkrankung ist.

Literatur:

Sudha Seshadri et al, N Engl J Med; 346; 476-483; 2002