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Der eigentlich goldene Herbst stand deutlich im Zeichen des innerärztlichen Verteilungskampfes. Dabei war es bei dem ohnehin nicht sonderlich guten Ruf der Laborärzte ziemlich einfach, diese Gruppe als Gewinner darzustellen. Zur Erinnerung: Die Laborreform startete 3/99 mit einem desaströsen Honorareinbruch zwischen 40 und 50%. Um das mit der Reform angestrebte Ziel, nämlich die 15%ige Reduzierung nicht total zu verfehlen, wurde per I/00 eine Korrektur von 24% vorgenommen. Dennoch wurde unter Verzicht auf vollständige Information die Nachbesserung der völlig übersteuerten Laborreform als Morgengabe verkauft. Mit unzureichender Transparenz und Sachaufklärung wird durch und gegen einzelne Fachgruppen Stimmung erzeugt. Am Beispiel des OIII-Laborbereiches: Verglichen wurden im KV-extra 3 die niedergelassenen Laborärzte I/99 und I/00. Nicht erläutert wurde dabei,
Warum schürt die KV mit einem unsachgemäßen Vergleich die innerärztlichen Spannungen? Warum prüft sie nicht unverzüglich, ob bestimmte Einzelentwicklungen plausibel sind? Unter dem Segel mangelnder Transparenz haben Fairplay und eine richtungsweisende Politik der niedergelassenen Ärzte eine schlechte Chance. Dabei lauern außerhalb genügend Gefahren! Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat sich auf die Fahne geschrieben, viel stärker als bisher auch den ambulanten Bereich zu versorgen. Dies mag dem einen oder anderen Teilnehmer am Gesundheitsmarkt im Moment noch in Kenntnis der Kosten- und Effizienz-Situationen müdes Lächeln abringen! Vorsicht! Der politische Druck auf die Krankenhäuser - wenn er den durchgehalten wird - erhält über die DRG (Diagnosis Related Groups)-orientierte Vergütung eine beachtliche Dynamik, die zu einer erheblichen Wettbewerbsverschärfung im traditionell niedergelassenen Bereich führen wird.
Die Antwort der KV sind Netze bzw. Verbunde. Jedoch sind bislang alle Konzepte nicht besonders überzeugend bzw. einzelne Projekte könnten keinen wirklichen Durchbruch erreichen. Es mag ja ganz hübsch sein, über eine geballte Einkaufsmacht den einen oder anderen Prozentpunkt zu sparen; für eine zukunftsorientierte Politik greift dies viel zu kurz. In einem zukünftigen Netz oder Verbund müssen in geschickter Weise Anreize für Patient und Leistungsbringer implementiert sein, die unnötige und redundante Gespräche/Untersuchungen/Diagnostik/Therapien zu vermeiden helfen. Es ist nicht mehr beliebig Zeit, mit neuen Ideen die Initiative zu ergreifen. Schaffung von Transparenz, kritische Standortbestimmung und visionäres Abstecken eigener Leistungskompetenz in einem zukünftigen Gesundheitsmarkt sollten die nächsten Schritte der ärztlichen Selbstverwaltung sein. Der immer stärker hervortretende Umbruch im Medizinbereich erfordert neue und intelligente Antworten. [nach oben] [zurück] [nächster Artikel] |