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Beta-hämolysierende Streptokokken der Serogruppe B
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Empfehlungen zur Vorsorge vor und während der Geburt
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Worum geht es...
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ERREGER
Streptokokken sind kugelförmige Bakterien, die sich kettenförmig aneinander lagern. Sie besiedeln beim Menschen überwiegend die Schleimhäute. Im mütterlichen Genitaltrakt finden sichs ogenannte beta-hämolysierende Streptokokken der serologischen Gruppe B, die während der Geburt auf das Kind übertragen werden können.
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Folgen
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Bei einigen Neugeborenen führt dies in den ersten Stunden bis Tagen nach der Geburt zu einer Erkrankung, die als „Frühe Form der Streptokokkeninfektion“ (Early Onset) bezeichnet wird.
Sie äußert sich als schwere Allgemeininfektion mit Lungenentzündung. Der Krankheitsverlauf kann sehr dramatisch mit schwerer Schocksymptomatik einhergehen, wobei mit neurologischen Langzeitschäden gerechnet werden muss.
Solch eine frühe Infektion tritt bei etwa 1 von 2000 Neugeborenen auf. Die Mehrzahl der Betroffenen (ca. 80 %) sind reife Neugeborene. Ca.4 % der erkrankten Kinder sterben.
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Begünstigende Faktoren
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Die Entstehung dieser Erkrankung wird durchfolgende Faktoren begünstigt:
- Nachweis von B-Streptokokken im Genital-Dammbereich der Mutter zum Zeitpunkt der Entbindung in besonders hoher Keimdichte
- Dauer zwischen Blasensprung und Entbindung von mehr als 18 Stunden
- Mütterliches Fieber unter der Geburt
- Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche
- Nachweis von B-Streptokokken im Urinwährend der Schwangerschaft
- Vorherige Geburt eines Neugeborenen mit B- Streptokokkeninfekt
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Diagnostik
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Zur Vermeidung einer frühen B- Streptokokken-Erkrankung gelten für Deutschland zurzeit die folgenden Empfehlungen:
- Möglichst alle Schwangeren sollten zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche kulturell auf B- Streptokokken untersucht werden.
- Ein Abstrich sollte für eine bakteriologische Kultur entnommen werden.
- Schnellteste sollten nicht durchgeführt werden, da ihre Treffsicherheit zu gering ist.
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Vorbeugende bzw. therapeutische Maßnahmen
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Beim Nachweis von B- Streptokokken wird der Schwangeren eine Antibiotikatherapie vom Wehenbeginn bzw. Blasensprung bis zur Entbindung vorgeschlagen.
Bei Frauen mit geplantem Kaiserschnitt (ohne Blasensprung und Wehentätigkeit) kann auf die antibiotische Prophylaxe verzichtet werden.
Liegt bei einer Entbindung das Ergebnis der Streptokokkenkultur nicht vor, sollte bei folgenden Risikofaktoren eine Prophylaxe währendder Geburt durchgeführt werden:
- Drohende Frühgeburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche
- Blasensprung vor länger als 8 Stunden
- Fieber der Mutter über 38º C
Bei negativem Ergebnis der Bakterienkultur innerhalb von 5 Wochen vor der Geburt kann auf eine vorbeugende Antibiotikagabe der Mutter verzichtet werden.
Kinder mit Zeichen einer bakteriellen Infektion müssen unabhängig von der Risikokonstellation und einer mütterlichen Antibiotikagabe während der Geburt unverzüglich zur weiteren Diagnostik und Therapie in eine Kinderklinik verlegt werden.
Kinder ohne klinische Zeichen einer Infektion werden nach Antibiotikagabe der Mutter 72 Stunden lang engmaschig überwacht.
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Individuelle Gesundheitsleistungen IGeL
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Einige Vorsorgeuntersuchungen können von den Krankenkassen nicht mehr übernommen werden und müssen deshalb vom Patienten selbst gezahlt werden. Falls Sie hierzu Fragen haben, wird Sie Ihr Arzt gerne beraten.
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Erregernachweis:
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Abstrich vom Muttermund (Bakterienkultur)
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