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Schilddrüsenerkrankungen

   
           
     


   
   

Worum geht es...

   
     


Ernaehrungskreis

Die Schilddrüse ist ein kleines, lebenswichtiges Organ, das am Hals unterhalb des Kehlkopfes liegt und die Luftröhre umfasst. Normalerweise sieht man sie nicht und fühlt sie kaum. Ist die Schilddrüse vergrößert (Kropf, medizinisch Struma genannt), kann sie jedoch leicht ertastet werden. Ursache der Struma ist meist eine mangelnde Jodzufuhr. Die sog. euthyreote Struma (vergrößerte Schilddrüse bei normaler Hormonproduktion) macht 90% aller Schilddrüsenerkrankungen aus und ist die häufigste hormonelle Störung.

Die Schilddrüse beeinflusst die gesamte körperliche und geistige Entwicklung und ist für viele wichtige Funktionen im Körper verantwortlich:

  • Gesamter Stoffwechsel
  • Herz und Kreislauf
  • Magen und Darm
  • Nerven und Muskeln
  • Sexualität und Fruchtbarkeit
  • Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln
  • Persönlichkeit und seelisches Wohlbefinden
   
   

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

   
     


Gibt die Schilddrüse zu viele Hormone ins Blut ab, so laufen die Stoffwechselprozesse auf Hochtouren. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

Die Basedowsche Krankheit (Morbus Basedow), eine Autoimmunerkrankung, bei der aus bisher unbekannter Ursache Autoantikörper, d. h. Abwehrstoffe gegen körpereigene Zellen (in diesem Fall gegen TSH-Rezeptoren) gebildet werden. Dadurch kommt es zu einer unkontrollierten Überproduktion von Schilddrüsenhormonen mit vielfältigen Beschwerden.

Die Schilddrüsen-Autonomie, bei der sich in der Schilddrüse verändertes Gewebe gebildet hat („heiße Knoten“), das unabhängig (autonom) von der übergeordneten Steuerung Schilddrüsenhormone abgibt. Die betroffenen, meist älteren Patienten haben häufig unspezifische Symptome, wie z. B. Herzrhythmusstörungen oder Osteoporose.

   
   

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

   
     


Schüttet die Schilddrüse zu wenig Hormone aus, so laufen die Stoffwechselprozesse langsamer ab. Häufigste Ursache ist:

Die Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis). Bei der sog. Hashimoto-Thyreoiditis bildet das Immunsystem beispielsweise Antikörper gegen das eigene Schilddrüsengewebe, das dadurch zerstört wird.

Weitere mögliche Ursachen der Unterfunktion sind z. B. eine erfolgte Operation der Schilddrüse oder Radiojodbehandlung.

Zu Beginn einer Schilddrüsenunterfunktion bestehen oft noch keine typischen Beschwerden (subklinische Hypothyreose). Eine Behandlung kann allerdings trotzdem schon sinnvoll sein, z. B. wenn gleichzeitig eine Fettstoffwechselstörung vorliegt oder Kinderwunsch besteht.

   
   

Häufige Symptome einer Schilddrüsenerkrankung

   
     


Hyperthyreose (Überfunktion) Hypothyreose (Unterfunktion)
Nervosität, Reizbarkeit, innere Unruhe, Schlafstörungen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Muskelschwäche, Müdigkeit, Depression
Geschwollene, rote, hervortretende Augen Müdes, gedunsenes Gesicht mit Lidödem
Haarausfall Spröde, struppige Haare
Schneller Herzschlag Verlangsamter Puls
Bluthochdruck Niedriger Blutdruck, jedoch auch Hochdruck
Vermehrtes Schwitzen Häufiges Frieren
Verdickte Haut über den Schienbeinen trockene schuppige Haut
Vermehrter Appetit und Gewichtsverlust Gewichtszunahme
Häufige Darmtätigkeit und Durchfall Verstopfung
Störungen im Menstruationszyklus Unfruchtbarkeit

Ernaehrungskreis

Die Schilddrüse ist in einen hormonellen Regelkreis eingebunden, damit die richtige Menge an Hormonen ausgeschüttet wird. Sie selbst produziert die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin). Erforderlicher Baustein hierfür ist Jod.

Gesteuert wird die Hormonproduktion durch das TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Diese wiederum unterliegt der Kontrolle durch den Hypothalamus (ein Teil des Zwischenhirns), der TRH (Thyreotropin Releasing Hormon) freisetzt. Der Hauptanteil der Schilddrüsenhormone zirkuliert an Eiweiß gebunden im Blut. Für die Wirkung in den Zellen sind allerdings die freien Schilddrüsenhormone (fT3/fT4) verantwortlich.

   
   

Labordiagnostik

   


Die wichtigste Basisuntersuchung zur Überprüfung der Schilddrüsenfunktion ist das TSH.

Ist der TSH-Wert erniedrigt, so besteht der Verdacht auf eine Überfunktion (Hyperthyreose). Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) ist hingegen der TSH-Wert erhöht.

Ernaehrungskreis

Bei auffälligem TSH-Wert ist die ergänzende Untersuchung der freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sinnvoll, die bei der Überfunktion erhöht und bei der Unterfunktion erniedrigt sind.

Zur weiteren Abklärung sollte ferner ggf. nach Schilddrüsen-Autoantikörpern geforscht werden. Hierzu zählen die TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK), die Autoantikörper gegen die Schilddrüsen-Peroxidase (sog. TPO-AK; auch MAK genannt, d. h. AK gegen mikrosomales Schilddrüsen-Antigen) und die AK gegen Thyreoglobulin (TAK).