|
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
|
Lyme-Borreliose
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
| |
|
|
Eine durch Zecken übertragene Erkrankung der Haut, der Gelenke und des Nervensystems
|
|
|
 |
|
|
Worum geht es...
|
|
|
| |
|
|
Was ist Lyme-Borreliose?
Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit in Europa, großen Teilen Nordamerikas und im nördlichen Asien.
In Deutschland ist nach Hochrechnungen mit bis zu 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr zu rechnen. Das auslösende Bakterium, die Spirochäte Borrelia burdorferi wird hauptsächlich von Schildzecken der Gattung Ixodes ricinus ("Gemeiner Holzbock") bei der Blutmahlzeit mittels ihrer stechendsaugenden Mundwerkzeuge übertragen.
Der typische Lebensraum dieser in ganz Europa praktisch flächendeckend vorkommenden blutsaugenden Ektoparasiten erstreckt sich auf Waldgebiete mit viel Unterholz, Lichtungen und Feuchtgebiete ländlicher Regionen bis hinein in städtische Parkanlagen und Kleingartenkolonien.
Die meisten Infektionen treten entsprechend der biologischen Aktivität der wirtsuchenden Zecken zwischen März/April und Oktober auf.
Etwa 5-35% der Zecken sind mit Borellien befallen, wobei adulte Zecken im Durchschnitt bis zu 20%, Nymphen zu 10% und Larven nur zu etwa 1% infiziert sind. In Deutschland ist nach bisherigen Erkenntnissen nach einem Zeckenstich bei 3-6% der Betroffenen mit einer Infektion (Serokon-version) und bei 0,3-1,4% mit einer manifesten Erkrankung zu rechnen.
|
|
|
 |
|
|
Inkubationszeit
|
|
|
| |
|
|
Je nach klinischer Symptomatik der Erstmanifestation kann die Inkubationszeit nach dem Zeckenstich stark variieren:
Tage bis Wochen für Stadium I, Wochen bis Monate für Stadium II und schließlich Monate bis Jahre für Stadium III
Zu beachten ist, dass jede klinische Manifestation isoliert, aber auch in unterschiedlichen Kombinationen auftreten kann.
|
|
|
 |
|
|
Klinische Symptomatik
|
|
|
| |
|
|
Die Symptomatik der Lyme-Borreliose ist außerordentlich vielgestaltig und kann als Multisystemerkrankung unter vorwiegender Beteiligung der Haut, der Gelenke und des Nervensystems verlaufen.
Stadium I (lokale Infektion):
Das typische Bild ist das Erythema migrans. Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich bildet sich an der Stelle des Zeckenstichs ein scharf abgegrenztes, schmerzloses, sich kreisförmig ausbreitendes Erythem, was im Zentrum oft eine Aufhellung aufweist. Begleitet wird dieses Stadium oft auch von Fieber und grippeähnlichen Allgemeinsymptomen.
Stadium II (frühe Organmanifestation):
In diesem Stadium kommt es erster Linie zu muskulosekelettalen und kardialen Beschwerden. Besonders häufig sind auch neurologische Symptome verbunden mit Lähmungserscheinungen (Bannwarth-Syndrom).
Stadium III (chronische Organmanifestation):
Dieses Stadium ist durch einen chronischen, entzündlichen und organzerstörenden Krankheitsprozess an Gelenken (Lyme-Arthritis), Haut oder Nervensystem gekennzeichnet.
|
|
|
 |
|
|
Erkrankungsstadien
|
|
|
| |
|
|
Klinik-Stadium I
(Tage bis Wochen nach Infektion)
Erythema migrans
unspezifische Allgemeinsymptome, wie
Fieberschübe, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl
Klinik-Stadium II
(Wochen bis Monate nach Infektion)
Meningoradikulitis (Bannwarth-Syndrom)
Meningitis, Meningoenzephalitis,
zerebrale Vaskulitis
Arthralgie (Arthritis)
Myalgie (Myositis)
Karditis
Borrelien-Lymphozytom
Multiple Erythema migrans-Läsionen
Klinik-Stadium III
(Monate bis Jahre nach der Infektion)
Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA)
Arthritis
Enzephalomyelitis
zerebrale Vaskulitis
periphere Neuropathie
|
|
|
 |
|
|
Diagnostik
|
|
|
| |
|
|
Die Diagnostik einer Lyme-Borreliose erfolgt primär aufgrund von klinischen Kriterien und wird durch die Anmnese und die Labordiagnostik gestüzt.
Für den Erregernachweis stehen eine Reihe direkter und indirekter Testverfahren zur Verfügung. Kulturelle Nachweisverfahren aus entsprechenden Untersuchungsmaterialien sowie der Nachweis mittels der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) sind methodisch aufwendig und kostenintensiv und bleiben daher Spezialaboratorien vorbehalten.
In der Labordiagnostik steht der Nachweis spezifischer Antikörper im Serum und Liquor an erster Stelle.
Etwa zwie bis vier Wochen nach Auftreten des Erythema migrans können IgM-Antikörper und nach etwa vier bis acht Wochen auch IgG-Antikörper gegen Borrelia burgdorferi nachgewiesen werden.
Die IgM-Antwort wird normalerweise im Verlauf einiger Monate schwächer, bei manchen Patienten bleibt sie jedoch bestehen oder erscheint, nach vorübergehender Rückbildung erneut. Bei Patienten mit Lyme-Arthritis finden sich normalerweise hochtitrige IgG-Antikörper gegen zahlreiche Borrelia burgdorferi-Antigene.
Nach erfolgreicher Therapie fallen die IgG-Titer sehr langsam über Monate und Jahre ab, um dann niedrig zu persistieren ("Serumnarbe"). Abweichungen von diesem typischen Verlauf werden jedoch beobachtet, so dass eine kritische Beurteilung aller erhobenen Befunde bei jedem Patienten notwendig ist.
Allerdings ist die bisherige Situation der serologischen Diagnostik bei Lyme-Borreliose in Europa noch unbefriedigend, da es keine verbindliche Standardisierungen bei Herstellung, Durchführung und Auswertung gibt. Alle verfügbaren labordiagnostischen Verfahren bedürfen deshalb der kritischen Überprüfung ihrer Leistungsfähigkeit. Sie sind in der Routinediagnostik stets in Kenntnis ihrer (noch) begrenzten Aussagekraft zu interpretieren. Die Ursachen hierfür sind u.a. die stamm- und speziesspezifischen Antigenunterschiede der verschiedenen Erreger der Lyme-Borreliose in Mitteleuropa.
Im Gegensatz zu den Verhältnissen in den USA konnten in Europa bislang 3 verschiedene Spezies von Borrelia burgdorferi mit humanpathogener Wirkung nachgewiesen werden, die als Borrelia burgdorferi sensu stricto (Nordamerika u. Europa), Borrelia garinii (Europa u. Asien) und Borrelia afzelii (Europa) benannt werden. All dies führt zu Veränderungen der Erregerantigen, was die Vielfalt der Immunantwort gegen den Borrelia burgdorferi-Komplex in Europa erhöht und variiert.
|
|
|
 |
|
|
Individuelle Gesundheitsleistungen IGeL
|
|
|
| |
|
|
Einige Vorsorgeuntersuchungen können von den Krankenkassen nicht mehr übernommen werden und müssen deshalb vom Patienten selbst gezahlt werden. Falls Sie hierzu Fragen haben, wird Sie Ihr Arzt gerne beraten.
|
|
|
|