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Das Antiphospholipidsyndrom (APS)

und seine Bedeutung für die Schwangerschaft

   
           
     


   
   

Worum geht es...

   
     

Das Antiphospholipidsyndrom (APS)

Nach neueren Daten erleiden fast 20 % der Frauen in ihrer ersten Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Bei drei oder mehr aufeinander folgenden Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche spricht man laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom rezidivierenden (wiederholten) Spontanabort.

Mögliche Ursachen für Fehlgeburten

  • chromosomale Veränderungen
  • anatomische Besonderheiten der Gebärmutter
  • Infektionen des Genital (insbesondere mit Chlamydien und Ureaplasmen)
  • endokrine (hormonelle) Störungen (z. B. der Schilddrüse oder das sog. PCO-Syndrom)
  • Autoimmunerkrankungen (Antiphospholipidsyndrom)
  • angeborene Thrombose-Risikofaktoren (z. B. Faktor V-Leiden-Mutation oder Faktor II-/ Prothrombin-Mutation)
   
   

Das Antiphospholipidsyndrom…

   
     

APS

Bei Autoimmunerkrankungen werden Abwehrstoffe (sog. Antikörper) gegen körpereigene Bestandteile gebildet. Im Falle des Antiphospholipidsyndroms (APS) richten sich die Antikörper gegen Bestandteile von körpereigenen Zellmembranen (Phospholipide) oder gegen Eiweißstoffe im Blut, die an solche gebunden sind.

Die bedeutende Rolle der Phospholipide bei der Regulation der Blutgerinnung erklärt den Zusammenhang zwischen dem APS und den dabei auftretenden Blutgerinnungsstörungen.

Das APS kann spontan ohne erkennbare Grundkrankheit auftreten (primäres APS). Kommt es in Verbindung mit einer anderen Autoimmunkrankheit vor (insbesondere dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) oder der rheumatoiden Arthritis), spricht man vom sekundären APS.

   
   

Typische Symptome und Vorbeugende Therapie

   
     

Typische Symptome des APS

  • Gefäßverschlüsse jeglicher Art
    - Venenverschlüsse (Thrombose bzw. Lungenembolie)
    - Arterienverschlüsse (Herzinfarkt oder Schlaganfall)
  • Schwangerschaftskomplikationen
    - Fehlgeburt (gestörte Einnistung, gestörte Durchblutung der Plazenta, d. h.
      des Mutterkuchens)
    - Wachstumsverzögerung
    - Frühgeburt (durch Schwangerschafts-Bluthochdruck mit
      Eiweißausscheidung im Urin: Präeklampsie, Eklampsie)
  • Verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)
  • Durchblutungsstörungen der Haut (sog. Livedo reticularis

Vorbeugende Therapie

Bei Frauen mit APS wird durch die vorbeugende Verabreichung von Heparin und niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) ab Feststellung der Schwangerschaft das Risiko für eine weitere Fehlgeburt deutlich vermindert.

   
   

Klassifikation und Kriterien

   
     

Klassifikation

Die Klassifikationskriterien des APS wurden bei einer Expertenkonferenz 2006 neu festgelegt, wobei jeweils mindestens ein klinisches und ein labordiagnostisches Kriterium zutreffen muss.

Klinische Kriterien (Symptome)

  1. Gefäßverschlüsse
    - mindestens eine arterielle oder venöse Thrombose
  2. Schwangerschaftskomplikationen/Fehlgeburten
    - mindestens 3 Spontanaborte vor der 10. Schwangerschaftswoche (SSW),
      bei denen chromosomale, anatomische oder hormonelle Störungen
      ausgeschlossen sind
    - mindestens ein ungeklärter Todesfall eines normal entwickelten Föten
      nach der 10. SSW
    - mindestens eine Frühgeburt vor der 34. SSW wegen Eklampsie oder
      schwerer Präeklampsie bzw. Plazentainsuffizienz

Laborkriterien

Nachweis an 2 unabhängigen Untersuchungsterminen mit einem Mindestabstand von 12 Wochen:

  1. Lupus-Antikoagulans
  2. Anti-Cardiolipin-Antikörper
  3. Anti-Beta2-Glykoprotein-Antikörper